Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch
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Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch

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TEIL 31 — DAS KIND, DAS NIEMALS EXISTIEREN DURFTE

Ich starrte auf den Bildschirm.

PHASE FÜNF — DAS KIND. STATUS: AKTIV.

Für einige Sekunden konnte ich nicht atmen.

Emma stand neben mir. Auch sie hatte die Worte gelesen.

„Brandon…“, flüsterte sie.

Ich antwortete nicht.

Meine Finger zitterten, als ich die Datei weiter nach unten scrollte.

Dort stand ein Datum.

Ein Datum, das mich sofort erstarren ließ.

Es lag zwei Jahre vor meiner Geburt.

„Das ist unmöglich“, sagte ich.

Emma trat näher.

„Was?“

Ich zeigte auf den Bildschirm.

„Das Datum.“

Sie las es.

Ihre Augen wurden groß.

„Aber… du existierst doch erst seit—“

„Ich weiß.“

Unter dem Datum erschien eine weitere Zeile.

SUBJEKT A — GENETISCHE BASIS: BRANDON HAYES SUBJEKT B — NEURALE MATRIZE: EMMA HAYES SUBJEKT C — EMBRYONALE ENTWICKLUNG: ABGESCHLOSSEN

Mir wurde kalt.

„Embryonale Entwicklung?“

Emma wich einen Schritt zurück.

„Nein.“

„Emma…“

„Nein, Brandon.“

Ihre Stimme brach.

„Das kann nicht bedeuten, was ich denke.“

Ich klickte auf die nächste Datei.

Ein medizinischer Bericht erschien.

Doch diesmal war es kein Bericht über mich.

Es war ein Bericht über ein Kind.

Männlich. Genetische Übereinstimmung mit Brandon Hayes: 99,98 %. Genetische Übereinstimmung mit Emma Hayes: 99,94 %.

Darunter stand:

Geburtsstatus: unbekannt.

„Ein Kind“, flüsterte Emma.

Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog.

„Aber wo ist es?“

Plötzlich hörten wir ein Geräusch hinter uns.

Ein leises Klacken.

Emma drehte sich um.

Ich ebenfalls.

Die Tür des alten Labors war geschlossen.

Doch wir waren sicher gewesen, dass sie offen stand.

„Wir sind nicht allein“, sagte Emma.

Ich griff nach ihrem Arm.

Dann ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher.

Eine Frauenstimme.

Ruhig.

Fast liebevoll.

„Ihr sucht nach dem Kind.“

Emma erstarrte.

Ich kannte diese Stimme.

Eleanor.

Meine angebliche erste Mutter.

„Wo ist es?“, fragte ich.

Keine Antwort.

Dann erschien auf dem Monitor ein Livebild.

Ein Raum.

Weiße Wände.

Ein Kinderbett.

Und darin lag ein kleines Kind.

Ich hörte Emma scharf einatmen.

„Mein Gott…“

Das Kind schlief.

Es konnte vielleicht zwei oder drei Jahre alt sein.

Ich trat näher an den Bildschirm.

Dann öffnete das Kind plötzlich die Augen.

Braune Augen.

Meine Augen.

„Das ist…“

Ich konnte den Satz nicht beenden.

Das Kind setzte sich langsam auf.

Es sah direkt in die Kamera.

Und dann sagte es etwas.

Nur ein einziges Wort.

„Brandon.“

Emma bedeckte ihren Mund.

Ich konnte mich nicht bewegen.

„Es kennt meinen Namen.“

„Natürlich kennt es deinen Namen“, sagte Eleanor über den Lautsprecher.

„Es wurde mit deinem Gedächtnis programmiert.“

Mein Herz schlug schneller.

„Was bedeutet das?“

„Es bedeutet, dass du nicht der Ursprung bist.“

Die Tür hinter uns öffnete sich.

Ich drehte mich um.

Niemand.

Nur ein dunkler Flur.

Dann fiel ein Foto auf den Boden.

Ich hob es auf.

Darauf war ein kleines Mädchen.

Vielleicht fünf Jahre alt.

Neben ihr stand ein Mann, den ich sofort erkannte.

Mein Vater.

Aber das Foto war alt.

Sehr alt.

Auf der Rückseite stand:

HAYES LABOR — 17. MÄRZ 1998

Ich sah Emma an.

„Das ist unmöglich.“

Sie nahm mir das Foto aus der Hand.

Ihr Gesicht wurde blass.

„Brandon…“

„Was?“

Sie zeigte auf das Mädchen.

„Das bin ich.“

Ich sah wieder hin.

Das Mädchen hatte tatsächlich Emmas Gesicht.

Aber das war nicht das Schlimmste.

Hinter ihr stand ein weiteres Kind.

Ein Junge.

Ich vergrößerte das Foto mit meinem Handy.

Dann erstarrte ich.

Der Junge sah aus wie ich.

Nicht ähnlich.

Nicht fast gleich.

Wie ich.

Eleanor sprach wieder.

„Jetzt verstehst du.“

„Nein“, sagte ich.

„Du verstehst gar nichts.“

„Dann werde ich es dir erklären.“

Der Bildschirm wechselte.

Ein neuer Text erschien.

PROJEKT HAYES — URSPRÜNGLICHE ZIELSETZUNG

Darunter:

Nicht Menschen kopieren.

Nicht Erinnerungen übertragen.

Nicht Leben verlängern.

Dann erschien die letzte Zeile:

Eine Familie erschaffen, die niemals sterben kann.

Emma sah mich an.

„Was soll das heißen?“

Ich wollte antworten.

Doch plötzlich hörten wir Schritte.

Diesmal kamen sie aus dem Flur.

Langsam.

Ruhig.

Jemand kam auf uns zu.

Eine Gestalt erschien im Türrahmen.

Ich erkannte sie.

Meine Mutter.

Doch sie war nicht allein.

Neben ihr stand ein alter Mann.

Ich kannte ihn nicht.

Meine Mutter sah mich an.

Tränen liefen über ihr Gesicht.

„Brandon“, sagte sie.

„Du musst endlich die Wahrheit über deinen Bruder erfahren.“

Ich spürte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich.

„Meinen… Bruder?“

Der alte Mann trat ins Licht.

Und lächelte.

„Dein Bruder“, sagte er, „war der erste Versuch.“

Ich sah auf das Foto.

Dann auf den Bildschirm.

Dann wieder zu meiner Mutter.

„Wo ist er?“

Sie schloss die Augen.

„Vor dir.“

In diesem Moment öffnete sich hinter uns eine verborgene Wand.

Dahinter lag ein Raum.

Und in der Mitte stand ein gläserner Behälter.

Darin lag ein erwachsener Mann.

Sein Gesicht war nicht nur meinem ähnlich.

Es war identisch mit meinem.

Doch auf seiner Brust stand:

SUBJEKT 00.

Und darunter:

ORIGINAL.

Ich trat einen Schritt zurück.

Dann öffnete der Mann im Tank die Augen.

Und lächelte.