Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch
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Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch

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TEIL 22 — PHASE ZWEI

09:31.

Der Countdown lief.

Niemand bewegte sich.

Dann ertönte plötzlich eine Stimme aus allen Lautsprechern.

Nicht Victor.

Nicht meine Großmutter.

Eine künstliche Stimme.

„PHASE ZWEI AKTIVIERT.“

Mein Vater starrte auf den Bildschirm.

„Das ist unmöglich.“

„Was?“, fragte ich.

„Ich habe Phase Zwei nie geschrieben.“

Meine Großmutter sagte:

„Dann hat es jemand anderes getan.“

Ethan sah auf die Server.

„Was startet?“

Mein Vater antwortete:

„Eine weltweite Identitätsübertragung.“

Daniel sah ihn an.

„Was bedeutet das?“

„Das System verbindet sich mit öffentlichen und privaten Datenbanken.“

Courtney wurde blass.

„Banken?“

„Ja.“

„Regierungen?“

„Ja.“

„Soziale Netzwerke?“

Mein Vater nickte.

„Alles.“

Ich sah auf den Countdown.

08:47.

„Und was passiert, wenn er Null erreicht?“

Meine Großmutter sagte:

„Dann kann das System Identitäten verändern.“

„Von wem?“

„Von jedem.“

Stille.

Ich verstand.

Es ging nicht um einen einzelnen Präsidenten.

Nicht um einen einzelnen Richter.

Es ging um die Möglichkeit, jeden Menschen auf der Welt digital zu ersetzen.

Victor begann zu lachen.

„Endlich.“

Walter ging auf ihn zu.

„Du bist verrückt.“

Victor sah ihn an.

„Nein.“

Er deutete auf mich.

„Er ist die Zukunft.“

Mein Vater stellte sich vor mich.

„Nein.“

Victor sagte:

„Brandon wurde nicht zufällig ausgewählt.“

Ich sah meinen Vater an.

„Was meint er?“

Mein Vater schwieg.

„Dad.“

Er atmete tief ein.

„Du warst das erste erfolgreiche Experiment.“

Mein Herz blieb stehen.

„Was?“

„Als du sieben warst …“

„Was hast du mit mir gemacht?“

„Ich habe dein Gedächtnis verändert.“

„Warum?“

„Weil ich wissen musste, ob es funktioniert.“

Ich wich zurück.

„Du hast mich benutzt.“

„Nein.“

„Doch!“

„Ich wollte dich retten.“

„Indem du mich zum Experiment machst?“

Er senkte den Kopf.

„Ich hatte keine Wahl.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Das sagen alle.“

Dann ertönte ein Alarm.

07:12.

Meine Großmutter ging zur Hauptkonsole.

„Wir müssen das System physisch trennen.“

„Wie?“

„Drei Stationen.“

Sie zeigte auf den Raum.

„Wenn wir sie gleichzeitig abschalten, wird Phase Zwei beendet.“

Daniel fragte:

„Und wenn nicht?“

„Dann startet die Übertragung.“

„Wer macht was?“

Meine Großmutter zeigte auf drei Punkte.

„Brandon. Ethan. Daniel.“

Courtney trat vor.

„Und ich?“

„Du gehst mit mir.“

Sie sah meine Großmutter überrascht an.

„Warum?“

„Weil du die einzige Person bist, die ich noch nicht verloren habe.“

Courtney schwieg.

Dann nickte sie.

Wir teilten uns auf.

Ich rannte zur ersten Station.

05:46.

Die Konsole verlangte eine Identitätsbestätigung.

Ich legte meine Hand darauf.

Ein Schmerz schoss durch meinen Arm.

Bilder erschienen.

Meine Kindheit.

Mein Vater.

Meine Mutter.

Courtney.

Walter.

Meine Großmutter.

Dann eine Erinnerung, die ich vergessen hatte.

Ich war sieben.

Mein Vater kniete vor mir.

Er hielt den Anhänger.

Doch diesmal hörte ich seine Worte vollständig.

„Wenn du groß bist, wirst du eine Entscheidung treffen müssen.“

Ich fragte:

„Welche?“

Er sagte:

„Ob du die Wahrheit zerstören oder bewahren willst.“

Dann küsste er meine Stirn.

Die Erinnerung endete.

Auf dem Bildschirm erschien:

ENTSCHEIDUNG ERFORDERLICH.

Ich musste auswählen.

LÖSCHEN.

Oder:

BEWAHREN.

Ich verstand plötzlich.

Der Server wollte keine Zugangsdaten.

Er wollte eine Entscheidung.

Ich drückte:

LÖSCHEN.

Das System begann zu protestieren.

FEHLER.

BENUTZERBINDUNG ERKANNT.

ABBRUCH NICHT MÖGLICH.

Dann hörte ich einen Schuss.

Ich drehte mich um.

Daniel lag am Boden.

Ethan kämpfte mit einem der Männer.

Ich rannte hin.

„Daniel!“

Er hob den Kopf.

„Weiter!“

„Du bist verletzt.“

„Nicht schlimm.“

Blut lief über seinen Arm.

Er deutete auf die Konsole.

„Mach weiter!“

Ich rannte.

03:11.

Die zweite Station wurde aktiviert.

Ethan erreichte sie.

„Ich hab's!“

„Dann mach!“

Er drückte den Schalter.

02:37.

Meine Großmutter und Courtney waren bei der dritten Station.

Plötzlich erschien Victor hinter ihnen.

Er hatte sich aufgerappelt.

„Nein.“

Meine Großmutter drehte sich um.

Victor hob seine Waffe.

Walter sprang dazwischen.

Ein Schuss.

Walter fiel.

„NEIN!“

Meine Großmutter schrie.

Courtney drückte den Schalter.

01:58.

Das System begann zu kollabieren.

Victor sah auf die Bildschirme.

„Ihr zerstört alles!“

Meine Großmutter antwortete:

„Ja.“

„Du wirst mit ihm sterben!“

Sie sah Walter an.

„Dann ist es eben so.“

Ich rannte zu ihnen.

Walter lag auf dem Boden.

Meine Großmutter kniete neben ihm.

„Walter.“

Er öffnete die Augen.

„Ich habe dir doch gesagt …“

Er lächelte schwach.

„Ich lasse dich nicht allein.“

Meine Großmutter weinte.

Zum ersten Mal sah ich sie weinen.

00:47.

Das System begann zu überhitzen.

Mein Vater rief:

„Brandon! Weg von der Konsole!“

Ich konnte nicht.

Auf dem Bildschirm erschien:

LETZTE ENTSCHEIDUNG.

SYSTEM LÖSCHEN.

Ich drückte.

00:10.

Victor schrie.

00:07.

Meine Mutter rief meinen Namen.

00:04.

Mein Vater packte mich.

00:03.

Alles wurde weiß.

00:02.

Ein letzter Ton.

00:01.

Dann Dunkelheit.

Als ich wieder aufwachte, lag ich im Krankenhaus.

Meine Mutter saß neben meinem Bett.

Courtney schlief auf einem Stuhl.

Ethan stand am Fenster.

Daniel lag im Bett gegenüber.

Ich sah meinen Vater.

Er war da.

Lebendig.

„Was ist passiert?“

Ethan drehte sich um.

„Phase Zwei wurde gestoppt.“

Ich atmete aus.

„Und Walter?“

Niemand antwortete.

Meine Mutter nahm meine Hand.

„Er lebt.“

Ich schloss die Augen.

Erleichterung.

Dann fragte ich:

„Und meine Großmutter?“

Meine Mutter sah mich an.

„Sie ist verschwunden.“

„Was?“

„Niemand weiß, wohin.“

Ich sah aus dem Fenster.

Amsterdam lag ruhig unter dem Morgenlicht.

Doch dann erschien auf dem Fernseher im Zimmer eine Nachricht.

BREAKING NEWS

Ich richtete mich auf.

Ein Nachrichtensprecher sagte:

„Die Behörden bestätigen, dass in mehreren Ländern unbekannte digitale Identitätsveränderungen festgestellt wurden.“

Ethan wurde blass.

„Das kann nicht sein.“

Ich sah ihn an.

„Was?“

Er deutete auf den Bildschirm.

„Das System wurde gelöscht.“

Der Nachrichtensprecher sprach weiter:

„Experten gehen davon aus, dass die Angriffe bereits vor Tagen begonnen haben.“

Mein Herz sank.

Auf meinem Telefon erschien eine Nachricht.

Unbekannte Nummer.

Du hast Phase Zwei gestoppt.

Dann eine zweite.

Aber Phase Drei läuft bereits.