Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch
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Meine Schwiegermutter setzte meine Kinder an den Katzentisch

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TEIL 27 — DAS MÄDCHEN IM GLAS

Ich wusste nicht, was schlimmer war.

Die Tatsache, dass ich möglicherweise eine Kopie war.

Oder dass das Mädchen aus meiner Erinnerung vielleicht mein Original gewesen war.

Und jetzt sollte sie tot sein.

Elena wollte mich allein sprechen.

Ich weigerte mich zunächst.

Doch mein Vater sagte:

„Du musst gehen.“

„Warum?“

„Weil Elena die einzige Person ist, die weiß, was wirklich passiert ist.“

„Und wenn es eine Falle ist?“

Er sah mich an.

„Dann nimm jemanden mit.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Sie wird nur reden, wenn ich allein komme.“

Courtney protestierte.

„Das ist verrückt.“

„Vielleicht.“

Ich nahm meinen Mantel.

„Aber ich muss wissen, wer ich bin.“

* * *

Elena wartete in einer alten Kirche am Stadtrand.

Als ich eintrat, saß sie allein in der letzten Reihe.

Sie wirkte älter als bei unserer letzten Begegnung.

Erschöpft.

„Du bist gekommen.“

„Du hast gesagt, meine Schwester sei tot.“

Elena nickte.

„Ja.“

„Welche Schwester?“

Sie sah mich lange an.

„Das Mädchen auf dem Foto.“

„Wer war sie?“

„Du.“

Ich erstarrte.

„Was?“

„Das Mädchen, das du gesehen hast, war nicht deine Schwester.“

„Dann wer?“

„Eine frühere Version von dir.“

Ich verstand nichts.

Elena stand auf.

„Komm.“

Sie führte mich in einen kleinen Raum hinter der Kirche.

Dort stand ein alter Computer.

Sie öffnete eine Datei.

Ein Video erschien.

Ein kleines Mädchen.

Ich.

Oder jemand, der genauso aussah.

Das Mädchen saß auf einem Stuhl.

Eine Stimme fragte:

„Wie heißt du?“

Das Mädchen antwortete:

„Brandon.“

Ich bekam eine Gänsehaut.

„Das bin ich.“

Elena schüttelte den Kopf.

„Nein.“

„Aber sie sieht aus wie ich.“

„Weil sie du ist.“

Ich sah sie an.

„Das ergibt keinen Sinn.“

„Sie war das Original.“

„Und ich?“

„Du wurdest aus ihren Zellen erschaffen.“

Ich konnte nicht atmen.

„Warum?“

„Weil das Original krank wurde.“

„Was hatte sie?“

Elena senkte den Blick.

„Ihr Gehirn konnte die genetische Veränderung nicht verarbeiten.“

„Und ich?“

„Du konntest es.“

Ich setzte mich.

„Dann bin ich eine Kopie.“

„Nein.“

„Was sonst?“

Elena sah mich an.

„Du bist die Weiterentwicklung.“

* * *

Ich konnte diese Worte nicht akzeptieren.

„Warum hat mein Vater mich dann geliebt?“

„Weil du für ihn nie ein Experiment warst.“

„Aber für Elena?“

Sie schwieg.

„Für Harris?“

„Für Harris warst du ein Beweis.“

„Und für dich?“

Elena antwortete:

„Für mich warst du eine zweite Chance.“

„Wofür?“

„Für meine Tochter.“

Ich sah sie an.

„Was?“

Sie zeigte auf das Video.

„Das Mädchen war meine Tochter.“

Mein Herz raste.

„Dann bist du meine Großtante.“

„Ja.“

„Und sie?“

„Deine biologische Schwester.“

„Aber du hast gesagt, sie sei ich.“

„Genetisch seid ihr fast identisch.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Das ist Wahnsinn.“

Elena setzte sich.

„Du wurdest nicht einfach kopiert. Deine DNA wurde mit der deiner Schwester kombiniert.“

„Warum?“

„Um die Krankheit zu verhindern.“

„Welche Krankheit?“

Elena antwortete:

„Die Krankheit, die Harris selbst verursacht hatte.“

Stille.

„Er hat die Kinder verändert.“

„Ja.“

„Und dann wurden sie krank.“

„Ja.“

„Und ich war die Lösung.“

Elena nickte.

„Du warst die einzige Person, deren Körper die Veränderung akzeptiert hat.“

* * *

Ich dachte an all die Jahre zurück.

Meine Kindheit.

Meine Erinnerungen.

Meine Familie.

Mein Leben.

Vielleicht war nichts davon zufällig.

„Warum habe ich mich an das Labor erinnert?“

Elena antwortete:

„Weil du dort nie nur einmal warst.“

Ich sah sie an.

„Was?“

„Du warst dort bis zu deinem siebten Lebensjahr.“

„Aber ich erinnere mich nicht.“

„Harris löschte deine Erinnerungen.“

„Warum?“

„Damit du nicht zurückfinden konntest.“

„Und mein Vater?“

„Er versuchte, sie wiederherzustellen.“

„Hat er deshalb meinen Unfall inszeniert?“

Elena nickte.

„Er musste dich aus dem System verschwinden lassen.“

„Deshalb wurde ich als Kind für tot gehalten?“

„Ja.“

Ich stand auf.

„Dann war mein ganzes Leben eine Lüge.“

Elena sah mich traurig an.

„Nein.“

„Was dann?“

„Dein Leben ist das Einzige, was nie Teil des Plans war.“

* * *

Plötzlich vibrierte mein Telefon.

Eine Nachricht.

Von Courtney.

Komm sofort zurück. Wir haben etwas gefunden.

Ich wollte gehen.

Doch Elena sagte:

„Warte.“

Sie reichte mir einen kleinen Schlüssel.

„Was ist das?“

„Das gehört zu einem Tresor.“

„Wo?“

„Im Haus deiner Großmutter.“

„Was ist darin?“

Elena sah mich an.

„Die Wahrheit über deine Mutter.“

* * *

Als ich das Haus meiner Großmutter erreichte, wartete Courtney bereits dort.

Ethan war ebenfalls da.

„Was habt ihr gefunden?“

Ethan zeigte mir einen alten Computer.

„Wir haben die Serverdaten wiederhergestellt.“

„Und?“

Er öffnete eine Datei.

SUBJEKT B — STATUS: LEBEND

Ich starrte auf den Bildschirm.

„Aber Elena sagte, meine Schwester sei tot.“

„Dann hat sie gelogen.“

Eine zweite Datei erschien.

SUBJEKT B — AKTUELLER AUFENTHALT: AMSTERDAM

„Sie ist hier.“

„Wo?“

Ethan zeigte auf eine Adresse.

Ich kannte sie.

Ich hatte dort als Kind gewohnt.

Mein altes Elternhaus.

Ich flüsterte:

„Sie ist dort.“

Courtney packte meinen Arm.

„Brandon, das ist nicht alles.“

„Was noch?“

Sie öffnete eine weitere Datei.

Darauf stand:

SUBJEKT B — ERINNERT SICH AN ALLES.

Ich starrte auf den Bildschirm.

Dann ging plötzlich das Licht aus.

Eine Stimme ertönte hinter uns.

„Ja.“

Wir drehten uns um.

Eine junge Frau stand in der Tür.

Mein Gesicht.

Meine Augen.

Meine Stimme.

Sie sah mich an.

„Ich erinnere mich an alles.“

Ich konnte mich nicht bewegen.

Sie trat ins Licht.

„Und ich erinnere mich auch daran, warum du erschaffen wurdest.“

Ich flüsterte:

„Wer bist du?“

Sie lächelte.

„Mein Name ist Emma.“

Dann sagte sie:

„Und du hast mir mein Leben gestohlen.“