TEIL 14 — Das Licht im Flur
Der Winter hielt Einzug mit kalten Nächten und Reif auf den Dächern. Manchmal, wenn ich abends durch das Fenster nach draußen blickte und die Schneeflocken sanft auf den Gehweg rieseln sah, dachte ich an jenen regnerischen Abend vor zwanzig Jahren. An jenes neunzehnjährige Mädchen, das mit einer Tasche zur Tür hinausging und im Dunkeln verschwand. Ich konnte diesen Abend nicht ungeschehen machen.
Ich konnte die Tränen nicht zurückdrehen und die kalten Winter nicht rückgängig machen. Aber ich wusste jetzt, dass die Vergangenheit kein Gefängnis sein musste, solange man der Zukunft Raum gab. Die Haustürglocke klingelte. Ich stand von meinem Stuhl auf, ging in meinen Hausschuhen in den Flur und schaltete das Licht ein. Durch das Milchglas der Haustür sah ich zwei Silhouetten stehen: einen großen Jungen mit einer Mütze und eine Frau mit hochgeschlagenem Kragen gegen die Kälte.
Ich drehte das Schloss um und riss die Tür auf. Die kalte Winterluft strömte herein, aber zusammen mit dem Wind kam auch etwas viel Schöneres: das warme, vertraute Lächeln meiner Tochter. „Hey Mama“, sagte sie. „Bist du bereit zu essen?“ „Immer“, antwortete ich und machte einen Schritt zur Seite, um sie im Licht willkommen zu heißen.
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