TEIL 13 — Der Stuhl, der nicht mehr leer ist
An diesem Abend, als ich in mein eigenes Haus zurückkehrte, ging ich direkt zum Esstisch. Es war dunkel draußen. Die Straßenlaternen warfen Schatten durch die Scheibe. Ich sah auf den Tisch. Kein Extrateller. Kein leerer Stuhl, der auf ein Wunder wartete. Stattdessen lag ein großes Fotobuch auf dem Tisch, das Emma mir an diesem Nachmittag mitgegeben hatte – eine Kopie ihres eigenen Albums, gefüllt mit Fotos von Daan, von ihr selbst, von uns gemeinsam während jenes Spaziergangs im Park am vergangenen Wochenende.
Ich zog meinen Stuhl heran, setzte mich und schlug das Buch auf. Auf der ersten Seite hatte Emma eigenhändig mit einem blauen Füllfederhalter geschrieben: Für Mama, weil es nie zu spät ist, neu anzufangen. Ich strich mit den Fingern über die Tinte, die inzwischen getrocknet war, aber im Licht der Stehlampe noch glänzte. Das Haus war nicht mehr stumm.
Das Haus lebte wieder. Nicht, weil sich die Wände verändert hatten oder weil die Erinnerungen ausgelöscht worden waren, sondern weil die Stille mit Stimmen, mit Lachen und mit dem Wissen gefüllt war, dass Liebe nicht verloren geht, solange man bereit ist, die Tür zu öffnen.



