DIE ROTE SCHACHTEL DER MUTTER
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DIE ROTE SCHACHTEL DER MUTTER

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TEIL 12 – DIE BELAGERUNG DES LAGERHAUSES

Die Ruhe in dem Lagerhaus wurde jäh durch das Geräusch schwerer Stiefel auf der Stahltreppe im Außenbereich zerrissen. Sie waren im ersten Stock angelangt.

„Es gibt keinen Ausweg durch die Vordertür“, flüsterte Victor hastig, während er uns zum hinteren Teil des Lagerhauses führte. „Über den Lastenkran kommt ihr nach unten zum Kanal. Dort liegt ein kleines Boot.“

„Und du?“, fragte mein Bruder.

„Ich halte sie auf“, sagte Victor kühl, während er die Tür zum Flur nur einen Spalt offen ließ und seine Waffe im Anschlag hielt. „Seht zu, dass ihr mit der roten Schachtel verschwindet. Wenn dieser Beweis verloren geht, haben sie gewonnen.“

Wir zögerten keine Sekunde länger. Mein Bruder schnappte sich die Tasche mit der roten Schachtel, und wir kletterten über die rostige Leiter zu der Luke, die auf die Kaimauer hinausging. Der Nebel draußen war mittlerweile so dicht, dass wir das gegenuberliegende Ufer des Wassers kaum erkennen konnten.

Unten lag ein kleines Motorboot, das sanft auf den Wellen schaukelte. Wir sprangen hinab und landeten ungeschickt auf dem Deck. Mein Bruder riss am Startseil des Motors. Mit einem lauten Brüllen schoss das Boot nach vorne, weg von dem Lagerhaus.

In diesem Moment fiel der erste Schuss.

Peng!

Eine Kugel prallte von der Metallreling des Kais ab. Ich duckte mich und blickte nach oben zum Lagerhaus. Durch das zerbrochene Fenster im Obergeschoss sah ich Mündungsfeuer und Schemen, die sich durch den Rauch bewegten.

Victor hielt die Stellung, doch wir wussten beide, dass er gegen diese Übermacht nicht gewinnen konnte.

Das Boot beschleunigte und schnitt durch das dunkle Wasser des Hafens. Der Nebel umhüllte uns wie eine schützende Decke, und bald darauf verhallten die Geräusche der Schießerei in der Ferne.

Doch wir waren noch nicht am Ziel. Wir hatten die Beweise, wir hatten die Wahrheit… aber die Jagd war noch nicht vorbei.