Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,
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Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,

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TEIL 6 — DER MANN HINTER DER MASKE

„Genevieve.“

Seine Stimme hallte durch das Haus.

Eine Stimme, die ich früher geliebt hatte.

Eine Stimme, die mir Sicherheit gegeben hatte.

Jetzt ließ sie nur noch meinen Körper erstarren.

Ich stand mitten im Wohnzimmer.

Mein Herz schlug schnell.

Aber ich zeigte keine Angst.

Denn ich hatte etwas gelernt:

Menschen wie Christian waren am gefährlichsten, wenn andere vor ihnen Angst hatten.

Sie wurden stärker durch die Kontrolle.

Durch das Gefühl, dass alle nach ihren Regeln spielten.

Also lächelte ich.

Langsam.

„Christian.“

Er blieb stehen.

Für einen Moment sah er überrascht aus.

Vielleicht hatte er erwartet, mich weinend zu finden.

Verzweifelt.

Gebrochen.

Aber ich war nicht mehr diese Frau.

„Du bist allein?“, fragte ich.

Er sah sich um.

„Ich wollte mit dir reden.“

Ich nickte.

„Natürlich.“

Er kam näher.

„Es gibt einige Missverständnisse.“

Fast hätte ich gelacht.

Missverständnisse.

So nannte er Mordversuche.

Betrug.

Und Jahre voller Lügen.

„Welche Missverständnisse?“

Er setzte sich auf das Sofa.

Genau wie früher.

Als wäre dies unser Zuhause.

Als wäre nichts passiert.

„Sabrina war bei dir.“

Keine Frage.

Eine Feststellung.

Ich schwieg.

Er beobachtete jede meiner Bewegungen.

„Sie hat dir Dinge erzählt.“

Ich sah ihn an.

„Vielleicht.“

Sein Blick wurde härter.

Nur für eine Sekunde.

Dann setzte er wieder seine freundliche Maske auf.

„Genevieve, du musst verstehen, dass Sabrina instabil ist.“

Da war es.

Die typische Strategie.

Andere Menschen schlechtmachen.

Sich selbst retten.

„Sie liebt dich.“

Ich sagte diesen Satz bewusst.

Christian blinzelte.

„Was?“

„Sabrina liebt dich.“

Eine kurze Pause.

„Du hast ihr doch versprochen, sie zu heiraten.“

Sein Gesicht veränderte sich.

Nicht viel.

Aber genug.

Ich hatte ihn erwischt.

* * *

„Wer hat dir das erzählt?“, fragte er.

Ich zuckte mit den Schultern.

„Spielt das eine Rolle?“

Er stand auf.

„Ja.“

Seine Stimme wurde plötzlich kälter.

Nicht mehr der berühmte Sänger.

Nicht mehr der perfekte Mann aus den Interviews.

Sondern der echte Christian.

Der Mann, den nur wenige kannten.

„Du solltest vorsichtig sein, Genevieve.“

Früher hätte mich diese Warnung eingeschüchtert.

Jetzt bestätigte sie nur meine Vermutung.

„Ist das eine Drohung?“

Er lächelte.

„Natürlich nicht.“

Aber seine Augen sagten etwas anderes.

* * *

In diesem Moment klingelte mein Handy.

Eine Nachricht von Gabriel.

„Nicht allein bleiben. Er ist gefährlich.“

Ich schloss kurz die Augen.

Christian bemerkte es.

„Mit wem schreibst du?“

Ich steckte das Handy weg.

„Mit niemandem.“

Er kam näher.

Zu nah.

„Du hast dich verändert.“

Ich sah ihn an.

„Ja.“

„Früher hast du mir vertraut.“

Ich antwortete:

„Früher kannte ich dich nicht.“

Dieser Satz traf ihn.

Ich sah es.

Zum ersten Mal verlor er seine Kontrolle.

* * *

„Du glaubst wirklich, du kannst gegen mich gewinnen?“

Seine Stimme war leise.

Aber gefährlich.

„Du hast keine Ahnung, mit wem du dich anlegst.“

Ich stand auf.

„Doch.“

Ich sah ihn direkt an.

„Zum ersten Mal weiß ich es.“

Er schwieg.

„Du bist ein Mann, der glaubt, dass Geld jede Wahrheit begraben kann.“

Ich machte eine Pause.

„Aber du hast vergessen, dass Menschen reden.“

* * *

Plötzlich klingelte es an der Tür.

Christian erstarrte.

Er hatte niemanden erwartet.

Ich wusste sofort:

Er hatte Angst.

Nicht vor mir.

Sondern davor, wer draußen stand.

Die Tür öffnete sich.

Gabriel trat ein.

Neben ihm stand eine Frau.

Eine Frau, die ich nur von alten Fotos kannte.

Mein Atem stockte.

„Elena.“

Christian wurde kreidebleich.

Zum ersten Mal sah ich echte Panik in seinen Augen.

„Das ist unmöglich.“

Die Frau sah ihn kalt an.

„Du dachtest, ich wäre tot.“

Niemand bewegte sich.

Ich blickte zwischen ihnen hin und her.

Elena.

Christians erste Verlobte.

Die Frau, die vor sieben Jahren verschwunden war.

Sie war nicht tot.

Sie war hier.

* * *

„Was soll das?“, fragte Christian.

Seine Stimme zitterte.

Elena trat näher.

„Ich bin zurückgekommen, um die Wahrheit zu erzählen.“

Christian schüttelte den Kopf.

„Niemand wird dir glauben.“

Sie lächelte traurig.

„Das hast du damals auch gesagt.“

Dann zog sie einen kleinen Ordner aus ihrer Tasche.

„Aber diesmal habe ich Beweise.“

Christian wurde still.

Ich sah Gabriel an.

Er nickte.

Wir hatten alle dasselbe verstanden.

Elena war nicht nur eine Zeugin.

Sie war der fehlende Teil des Puzzles.

* * *

„Was hat er dir angetan?“, fragte ich.

Elena sah mich an.

Ihre Augen wurden feucht.

„Das Gleiche, was er dir antun wollte.“

Stille.

„Er wollte, dass ich verschwinde.“

Ich schluckte.

„Warum?“

Elena sah zu Christian.

„Weil ich herausgefunden hatte, wer er wirklich ist.“

Christian machte einen Schritt zurück.

„Das ist eine Lüge.“

Aber niemand glaubte ihm mehr.

Denn jetzt waren es nicht mehr nur meine Worte.

Nicht mehr nur Sabrinas Aussage.

Nicht mehr nur Gabriels Zweifel.

Jetzt gab es eine Frau aus seiner Vergangenheit.

Eine Frau, die seinen ersten Versuch überlebt hatte.

* * *

Elena öffnete den Ordner.

„Hier drin ist alles.“

Sie legte die Dokumente auf den Tisch.

„Seine gefälschten Verträge.“

„Seine Erpressungen.“

„Die Beweise über die Manipulation meiner Karriere.“

Dann sah sie mich an.

„Und der wichtigste Beweis.“

Ich hielt den Atem an.

„Welcher?“

Elena antwortete:

„Der Beweis, dass Christian nicht erst bei dir angefangen hat.“

Sie blickte zu Christian.

„Er hat eine ganze Liste von Frauen.“

Mein Blut gefror.

Eine Liste.

Mehr Opfer.

Mehr Geheimnisse.

Christian sah plötzlich nicht mehr wie ein mächtiger Star aus.

Sondern wie ein Mann, dessen Welt zusammenbrach.

Aber dann lächelte er.

Ein kaltes, gefährliches Lächeln.

„Ihr glaubt wirklich, ihr habt gewonnen?“

Er zog sein Handy heraus.

„Ihr habt keine Ahnung, was ich vorbereitet habe.“

Und in diesem Moment wussten wir:

Christian hatte noch einen letzten Plan.

Einen Plan, der nicht nur mein Leben zerstören könnte.

Sondern uns alle.

FORTSETZUNG FOLGT…