Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,
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Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,

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TEIL 3 — DIE FRAU, DIE ER UNTERSCHÄTZT HATTE

Drei Wochen nach dem Angriff verließ ich das Krankenhaus.

Zumindest dachte die Öffentlichkeit das.

Für die Welt war ich die arme Genevieve Miller, die durch einen schrecklichen Unfall kurz vor ihrer Hochzeit entstellt worden war.

Die Nachrichten berichteten jeden Tag über mich.

Über meine „starke Liebe“ zu Christian.

Über seinen Mut, bei mir zu bleiben.

Über den berühmten Sänger, der seine verletzte Verlobte niemals verlassen würde.

Die Menschen liebten diese Geschichte.

Und genau das machte Christian glücklich.

Er hatte bekommen, was er wollte.

Mitleid.

Aufmerksamkeit.

Und die perfekte Rolle des Helden.

Aber niemand wusste, dass ich jede einzelne Schlagzeile las.

Jeden Kommentar.

Jede Nachricht.

Und jedes Mal, wenn ich seinen Namen neben meinem sah, erinnerte ich mich daran, was er wirklich war.

Ein Mann, der versucht hatte, mein Leben zu zerstören.

* * *

Mein neues Zuhause lag außerhalb der Stadt.

Ein großes Haus.

Ein privater Sicherheitsdienst.

Eine Krankenschwester.

Ein Fahrer.

Alles bezahlt von Christian.

Er dachte, er hätte mir damit bewiesen, wie sehr er mich „liebte“.

Aber ich wusste die Wahrheit.

Dieses Haus war kein Geschenk.

Es war ein Gefängnis.

Ein schönes Gefängnis.

Mit goldenen Türen.

Aber immer noch ein Gefängnis.

Am ersten Abend saß ich allein im Wohnzimmer und sah auf die Fotos an der Wand.

Fotos von mir und Christian.

Unsere erste Reise.

Unser erster roter Teppich.

Der Antrag.

Der Moment, in dem ich dachte, ich hätte den perfekten Mann gefunden.

Ich nahm einen Bilderrahmen in die Hand.

Früher hätte mich dieser Anblick zerstört.

Jetzt fühlte ich nur noch eines.

Leere.

* * *

Gabriel kam am nächsten Morgen.

Er brachte einen Laptop und mehrere Ordner.

„Ich habe weiter gesucht.“

Ich sah ihn an.

„Und?“

Er setzte sich.

Sein Gesicht war ernst.

„Christian hat mehr Menschen manipuliert, als wir dachten.“

Er öffnete eine Datei.

„Sabrina ist nicht die einzige Person.“

Ich runzelte die Stirn.

„Was meinst du?“

Gabriel zeigte mir Nachrichten.

Verträge.

Private Absprachen.

„Christian hat seit Jahren ein System aufgebaut.“

Ich las die Dokumente.

Und je mehr ich sah, desto klarer wurde das Bild.

Christian hatte nicht einfach betrogen.

Er hatte geplant.

Jede Beziehung.

Jede Entscheidung.

Jede öffentliche Bewegung.

Alles war Teil seines Images.

„Er benutzt Menschen wie Gegenstände“, sagte ich leise.

Gabriel nickte.

„Ja.“

Dann fügte er hinzu:

„Und du warst sein wertvollstes Objekt.“

Diese Worte taten weh.

Aber sie machten mich auch stärker.

* * *

Am Abend erhielt ich eine Nachricht.

Von Christian.

„Ich vermisse dich. Ich kann es kaum erwarten, dich wieder nach Hause zu bringen.“

Früher hätte diese Nachricht mein Herz erwärmt.

Jetzt wusste ich, was dahinterstand.

Kontrolle.

Ich antwortete:

„Ich vermisse dich auch.“

Ich starrte lange auf diese Worte.

Es fühlte sich falsch an.

Aber Gabriel hatte recht.

Wenn ich gewinnen wollte, musste ich geduldig sein.

Christian musste glauben, dass ich noch immer die alte Genevieve war.

* * *

Eine Woche später besuchte mich Sabrina.

Allein.

Als ich die Tür öffnete und sie sah, wusste ich sofort:

Sie war nervös.

Sie hatte nicht das selbstbewusste Auftreten einer Frau, die gewonnen hatte.

Sie sah aus wie jemand, der selbst gefangen war.

„Genevieve…“

Ihre Stimme war leise.

„Ich muss mit dir reden.“

Ich ließ sie herein.

Wir saßen uns gegenüber.

Eine lange Stille.

Dann sagte sie:

„Ich weiß, dass du mich hasst.“

Ich antwortete nicht.

Denn ich wusste nicht, ob Hass überhaupt noch das richtige Wort war.

„Aber ich möchte, dass du die Wahrheit kennst.“

Ich sah sie an.

„Welche Wahrheit?“

Sie senkte den Blick.

„Christian hat mich auch belogen.“

Ich blieb ruhig.

„Er hat dir gesagt, er würde mich verlassen?“

Ihre Augen wurden feucht.

„Ja.“

Natürlich.

Der gleiche Satz.

Der gleiche Mann.

Nur andere Opfer.

„Er hat gesagt, die Hochzeit mit dir wäre nur wegen seines Images.“

Sie schluckte.

„Er sagte, sobald alles vorbei ist, würden wir zusammen leben.“

Ich sah sie an.

„Und du hast ihm geglaubt.“

Sie nickte.

„Ich war dumm.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Meine Stimme war ruhig.

„Du warst verliebt.“

* * *

Dann holte Sabrina etwas aus ihrer Tasche.

Einen kleinen USB-Stick.

Sie legte ihn auf den Tisch.

„Was ist das?“

Sie sah mich direkt an.

„Beweise.“

Mein Herz schlug schneller.

„Beweise wofür?“

Sie antwortete:

„Dass Christian den Angriff auf dich geplant hat.“

Ich erstarrte.

„Woher hast du das?“

Sabrina begann zu weinen.

„Weil er mit mir darüber gesprochen hat.“

Stille.

„Er hat gesagt, es wäre nur eine kleine Veränderung an deinem Leben.“

Meine Hände ballten sich.

„Warum gibst du mir das jetzt?“

Sabrina sah mich an.

Und ihre Antwort überraschte mich.

„Weil ich erkannt habe, dass ich die Nächste sein werde.“

* * *

In dieser Nacht öffnete ich die Dateien auf dem USB-Stick.

Es gab Audioaufnahmen.

Nachrichten.

Fotos.

Und dann hörte ich Christians Stimme.

Die Stimme des Mannes, den ich einmal heiraten wollte.

„Wenn Genevieve verschwunden ist, wird niemand mehr Fragen stellen.“

Ich hielt den Atem an.

Aber dann kam ein Satz, der alles veränderte.

„Denn wenn sie die Wahrheit über meine Vergangenheit herausfindet…“

Eine Pause.

Dann sagte Christian:

„…ist nicht nur meine Karriere vorbei.“

Ich sah Gabriel an.

Er sah mich erschrocken an.

Denn plötzlich verstanden wir beide:

Der Angriff auf mich war nicht wegen Sabrina gewesen.

Nicht wegen der Hochzeit.

Nicht wegen meines Gesichts.

Es gab ein Geheimnis aus Christians Vergangenheit.

Ein Geheimnis, das mächtiger war als seine ganze Karriere.

Und ich würde herausfinden, was es war.

Egal, was es kostete.

FORTSETZUNG FOLGT…