Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,
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Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,

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TEIL 5 — CHRISTIANS LETZTER PLAN

Als Gabriel diesen Satz sagte, fühlte ich zum ersten Mal seit Tagen wieder echte Angst.

Nicht die Angst vor Christian.

Nicht mehr.

Sondern die Angst davor, was ein Mensch tun konnte, der glaubte, alles zu verlieren.

„Was meinst du mit seinem letzten Fehler?“, fragte ich.

Gabriel sah mich ernst an.

„Du.“

Diese eine Silbe reichte.

Denn ich verstand sofort.

Christian hatte nie geplant, mich wirklich frei zu lassen.

Er wollte keine Frau, die ihn verlassen konnte.

Er wollte eine Frau, die er kontrollieren konnte.

Eine Frau, die schwieg.

Eine Frau, die keine Fragen stellte.

Und jetzt wusste ich zu viel.

* * *

„Wir müssen zur Polizei“, sagte Gabriel.

Ich schüttelte den Kopf.

„Noch nicht.“

Er sah mich ungläubig an.

„Genevieve, er hat versucht, dich umzubringen.“

„Nein.“

Ich sah auf die Dokumente von Ethan Vale.

„Er hat versucht, mich verschwinden zu lassen.“

Ich nahm den Brief in die Hand.

„Wenn ich jetzt zur Polizei gehe, wird Christian alles abstreiten.“

Gabriel wollte widersprechen.

Aber ich hob die Hand.

„Er hat Geld. Einfluss. Anwälte.“

Ich blickte ihn an.

„Wir brauchen etwas, das er nicht zerstören kann.“

„Was?“

Ich antwortete:

„Eine Wahrheit, die jeder sehen wird.“

* * *

Am nächsten Morgen erschien Christian vor meiner Tür.

Natürlich.

Perfekt gekleidet.

Mit traurigen Augen.

Mit genau dem Gesicht, das die Menschen liebten.

Der perfekte Mann.

Der verletzte Verlobte.

Der Held.

Aber ich sah ihn jetzt anders.

Ich sah den Mann hinter der Maske.

„Genevieve.“

Er trat näher.

„Warum hast du mir nicht gesagt, dass Sabrina hier war?“

Ich blieb ruhig.

„Warum hätte ich?“

Er wurde kurz nervös.

Nur für eine Sekunde.

Aber ich bemerkte es.

„Sie ist verwirrt.“

Ich lächelte schwach.

„Interessant.“

„Was?“

„Dass du immer genau weißt, was andere Menschen fühlen.“

Er schwieg.

Ich hatte einen Nerv getroffen.

* * *

Christian setzte sich neben mich.

„Ich mache mir Sorgen um dich.“

Früher hätte dieser Satz mein Herz berührt.

Jetzt hörte ich nur noch eine Lüge.

„Du musst keine Angst haben.“

Er nahm meine Hand.

„Ich werde dich nie verlassen.“

Ich sah auf seine Hand.

Die gleiche Hand, die früher meine Tränen getrocknet hatte.

Die gleiche Hand, die jetzt mein Leben zerstört hatte.

„Ich weiß.“

Meine Stimme blieb ruhig.

„Du bist der Einzige, der mich niemals verlassen würde.“

Er lächelte.

Er dachte, ich meinte es ernst.

Aber was ich wirklich sagte, war:

Du wirst derjenige sein, der fällt.

* * *

Nach seinem Besuch überprüfte Gabriel die Sicherheitskameras.

Und dann fanden wir etwas.

Eine Aufnahme von einem Mann vor meinem Haus.

Nicht irgendein Mann.

Der Mann, der mich angegriffen hatte.

Mein Herz blieb stehen.

„Er war hier.“

Gabriel nickte.

„Vor zwei Tagen.“

„Warum?“

Er öffnete die Aufnahme.

Wir sahen, wie der Mann mit jemandem telefonierte.

Dann zoomte Gabriel näher.

Und plötzlich erkannten wir die Nummer.

Es war eine Nummer, die zu einem Unternehmen gehörte.

Zu Christians Sicherheitsfirma.

* * *

Ich spürte, wie die letzte Hoffnung starb.

Ein Teil von mir hatte immer noch gehofft, dass vielleicht irgendwo ein Rest Menschlichkeit in ihm existierte.

Vielleicht Reue.

Vielleicht Schuld.

Aber nein.

Er hatte alles geplant.

Jeden Schritt.

Jede Lüge.

Jeden Schmerz.

* * *

Am Abend traf ich Sabrina erneut.

Diesmal wirkte sie nicht wie meine Rivalin.

Sondern wie jemand, der ebenfalls gefangen war.

„Er weiß, dass wir zusammenarbeiten.“

Ich sah sie an.

„Woher weißt du das?“

Sie zeigte mir ihr Handy.

Eine Nachricht von Christian.

„Du solltest vorsichtig sein. Manche Menschen glauben, sie könnten gegen mich gewinnen.“

Mir wurde kalt.

„Er droht dir.“

Sabrina nickte.

„Er droht jedem, der ihm gefährlich wird.“

Dann sagte sie etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.

„Genevieve, es gibt noch jemanden.“

„Wen?“

Sie sah mich an.

„Eine Frau namens Elena.“

Ich runzelte die Stirn.

„Wer ist Elena?“

Sabrina atmete tief ein.

„Christians erste Verlobte.“

Stille.

„Erste?“

Sie nickte.

„Bevor du kamst.“

Ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog.

„Was ist mit ihr passiert?“

Sabrina sah weg.

„Sie ist vor sieben Jahren verschwunden.“

* * *

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen.

Drei Frauen.

Drei Geschichten.

Eine Gemeinsamkeit.

Christian Prescott.

Ich öffnete meinen Laptop.

Ich begann zu suchen.

Alte Artikel.

Alte Interviews.

Alte Fotos.

Und dann fand ich es.

Ein Foto von Elena.

Neben Christian.

Genau dieselbe Pose.

Das gleiche Lächeln.

Die gleiche Geschichte.

Eine perfekte Liebe.

Bis sie plötzlich verschwand.

* * *

Am nächsten Morgen rief Claire Vale an.

Ihre Stimme klang panisch.

„Genevieve, Sie müssen sofort weg.“

Ich setzte mich auf.

„Warum?“

Eine Pause.

Dann sagte sie:

„Weil Christian nicht nur nach Ihnen sucht.“

Mein Herz schlug schneller.

„Nach wem dann?“

Claire flüsterte:

„Nach allen Menschen, die seine Wahrheit kennen.“

In diesem Moment hörte ich ein Geräusch vor meiner Haustür.

Ein Schlüssel.

Jemand öffnete die Tür.

Ich stand langsam auf.

Und dann hörte ich seine Stimme.

„Genevieve.“

Christian.

Er war im Haus.

Allein.

Und diesmal spielte er nicht den liebevollen Verlobten.

Diesmal kam er als der Mann, der glaubte, keine Zeugen zurücklassen zu dürfen.

FORTSETZUNG FOLGT…