Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,
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Eine Woche vor meiner Hochzeit bezahlte mein Verlobter einen Mann dafür,

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TEIL 4 — DAS GEHEIMNIS AUS CHRISTIANS VERGANGENHEIT

Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen.

Der USB-Stick lag auf dem Tisch vor mir.

Ein kleines schwarzes Gerät.

Aber darin versteckte sich vielleicht die Wahrheit, die mein gesamtes Leben verändern würde.

Christian hatte geglaubt, er hätte mich zerstört.

Er glaubte, ich wäre zu schwach, um zurückzukämpfen.

Doch er hatte einen Fehler gemacht.

Er hatte vergessen, dass Menschen, die alles verlieren, nichts mehr zu verlieren haben.

Am nächsten Morgen traf ich Gabriel.

Er sah müde aus.

„Hast du alles angesehen?“

Ich nickte.

„Nicht alles.“

Er sah mich überrascht an.

„Warum nicht?“

Ich blickte auf den USB-Stick.

„Weil ich Angst habe, was ich noch finden werde.“

Gabriel schwieg.

Denn er wusste genau, was ich meinte.

Manchmal ist die Wahrheit schlimmer als eine Lüge.

Eine Lüge lässt dich hoffen.

Die Wahrheit nimmt dir diese Hoffnung.

* * *

Wir öffneten die Dateien gemeinsam.

Die ersten Aufnahmen waren Gespräche zwischen Christian und seinem Anwalt.

Es ging um Verträge.

Um öffentliche Auftritte.

Um mein Image nach dem Angriff.

Aber dann fanden wir einen Ordner mit einem Namen, der mir sofort den Atem nahm.

„Projekt Vergangenheit.“

Gabriel klickte darauf.

Mehrere Dokumente erschienen.

Alte Nachrichten.

Fotos.

Zeitungsartikel.

Und ein Name, den ich noch nie gehört hatte.

Ethan Vale.

„Wer ist das?“, fragte ich.

Gabriel runzelte die Stirn.

„Ich weiß es nicht.“

Wir öffneten die erste Datei.

Es war ein alter Zeitungsartikel.

Vor zwölf Jahren.

Die Überschrift lautete:

„Junger Musikproduzent verschwindet nach mysteriösem Unfall.“

Darunter stand ein Bild.

Ein Mann.

Und daneben…

ein viel jüngerer Christian.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

„Er kannte ihn.“

Gabriel nickte langsam.

„Nicht nur das.“

Er zoomte in das Bild.

„Sie waren Geschäftspartner.“

* * *

Je mehr wir lasen, desto klarer wurde alles.

Christian war nicht einfach zufällig berühmt geworden.

Bevor er ein Sänger wurde, hatte er mit Ethan zusammengearbeitet.

Ethan war derjenige gewesen, der ihm die ersten Kontakte zur Musikindustrie verschafft hatte.

Er war der Mann gewesen, der an Christian geglaubt hatte.

Aber dann verschwand Ethan plötzlich.

Und Christian übernahm seine Firma.

Seine Kontakte.

Seine Karriere.

Alles.

„Das ist unmöglich“, sagte Gabriel.

Ich sah ihn an.

„Warum?“

Er zeigte auf ein Dokument.

„Weil hier steht, dass Ethan nicht einfach verschwunden ist.“

Eine Pause.

„Er wurde aus der Branche gedrängt.“

Ich spürte einen kalten Schauer.

„Von wem?“

Gabriel sah mich an.

Und ich kannte die Antwort bereits.

* * *

Am Nachmittag erhielt ich eine Nachricht von Christian.

„Ich habe gehört, Sabrina war bei dir.“

Mein Herz blieb kurz stehen.

Er wusste davon.

Natürlich wusste er davon.

Christian wusste immer alles.

„Sie ist verwirrt. Bitte glaube nicht alles, was sie sagt.“

Ich starrte auf die Nachricht.

Früher hätte ich sofort geantwortet.

Ich hätte ihn beruhigt.

Ich hätte gefragt, warum er so traurig klingt.

Aber diese Frau existierte nicht mehr.

Ich schrieb nur:

„Warum sollte ich dir noch glauben?“

Die Antwort kam innerhalb weniger Sekunden.

„Weil ich der einzige Mensch bin, der dich wirklich liebt.“

Ich musste lachen.

Nicht, weil es lustig war.

Sondern weil ich endlich verstand.

Menschen wie Christian glaubten ihre eigenen Lügen irgendwann selbst.

* * *

Am Abend passierte etwas Unerwartetes.

Ich bekam Besuch.

Nicht von Gabriel.

Nicht von Sabrina.

Sondern von einer älteren Frau.

Sie stand vor meiner Tür.

In ihrer Hand hielt sie einen Umschlag.

„Sind Sie Genevieve Miller?“

Ich nickte vorsichtig.

„Wer sind Sie?“

Ihre Augen wurden traurig.

„Mein Name ist Claire Vale.“

Mein Körper wurde sofort angespannt.

Vale.

Der gleiche Name.

„Ethan Vale war mein Sohn.“

Ich sagte nichts.

Sie trat näher.

„Ich weiß, was Christian Ihnen angetan hat.“

Meine Finger wurden kalt.

„Woher?“

Sie hielt mir den Umschlag hin.

„Weil ich seit Jahren darauf gewartet habe, dass jemand die Wahrheit findet.“

Ich nahm ihn langsam.

Darin befanden sich Fotos.

Dokumente.

Und ein Brief.

Ein Brief von Ethan.

An Christian.

Ich begann zu lesen.

Die ersten Zeilen ließen mein Herz schneller schlagen.

„Christian, ich weiß, was du getan hast. Wenn mir etwas passiert, wird die Wahrheit ans Licht kommen.“

Ich sah auf.

„Was bedeutet das?“

Claire sah mich ernst an.

„Ihr Verlobter hat nicht nur Ihr Leben zerstört.“

Eine Pause.

„Er hat schon einmal versucht, jemanden zum Schweigen zu bringen.“

* * *

In dieser Nacht wurde mir klar:

Der Angriff auf mich war kein einzelner verrückter Plan.

Christian hatte eine Vergangenheit.

Eine Vergangenheit voller Geheimnisse.

Und vielleicht war ich nicht sein erstes Opfer.

Ich sah auf die Dokumente vor mir.

Dann auf die Fotos.

Zum ersten Mal hatte ich keine Angst mehr.

Denn jetzt wusste ich:

Christian wollte, dass ich schweige.

Aber genau das würde ich nicht tun.

Ich würde seine perfekte Welt zerstören.

Nicht mit Gewalt.

Nicht mit Rache.

Sondern mit der einzigen Waffe, die er niemals kontrollieren konnte.

Der Wahrheit.

Doch bevor ich den nächsten Schritt machen konnte, erhielt Gabriel einen Anruf.

Als er auflegte, war sein Gesicht völlig verändert.

„Genevieve…“

Ich sah ihn an.

„Was ist passiert?“

Er schluckte.

„Christian weiß, dass du alles herausgefunden hast.“

Stille.

„Und er kommt nicht, um sich zu entschuldigen.“

Eine Pause.

„Er kommt, um seinen letzten Fehler zu korrigieren.“

FORTSETZUNG FOLGT…