MEINE SCHWESTER ZERSTÖRTE MEIN LEBEN, NACHDEM ICH IHR GEHEIMNIS ENTDECKTE
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MEINE SCHWESTER ZERSTÖRTE MEIN LEBEN, NACHDEM ICH IHR GEHEIMNIS ENTDECKTE

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TEIL 14 – DER DRITTE NAME

Um Mitternacht standen Mila und ich vor dem alten Krankenhaus.

Das Gebäude war seit Jahren geschlossen.

Fenster waren zerbrochen.

Die Fassade war schwarz vom Regen.

Doch im dritten Stock brannte Licht.

„Da“, flüsterte Mila.

Ich nickte.

Wir gingen hinein.

Die Eingangstür stand offen.

Auf dem Boden lagen alte medizinische Unterlagen.

An der Wand hing noch immer das Schild:

Geburtsstation.

Ich bekam eine Gänsehaut.

Hier war ich geboren worden.

Hier war Mila geboren worden.

Und vielleicht war hier auch die Wahrheit über Adrian verborgen.

Wir gingen die Treppe hinauf.

Im dritten Stock hörten wir ein Geräusch.

Ein metallisches Klirren.

Dann eine Stimme.

„Eva.“

Ich erstarrte.

Diese Stimme.

Ich kannte sie.

„Adrian?“

Keine Antwort.

Wir liefen den Flur entlang.

Am Ende stand eine Tür.

Sie war nur angelehnt.

Ich öffnete sie.

Und dort saß er.

Adrian.

Lebendig.

Seine Hände waren gefesselt.

Sein Gesicht war blass.

Aber seine Augen waren dieselben.

Meine Beine wurden weich.

„Adrian.“

Er sah mich an.

Für einen Moment sagte keiner etwas.

Dann lächelte er.

„Du bist gekommen.“

Ich kniete mich vor ihn.

„Ich dachte, du wärst tot.“

„Das sollte jeder denken.“

Mila löste seine Fesseln.

Adrian sah sie an.

Sein Blick veränderte sich.

„Du bist Mila.“

Sie nickte.

„Und du bist unser Bruder.“

Er schloss kurz die Augen.

„Ihr wisst es.“

„Jetzt wissen wir es.“

Adrian stand langsam auf.

„Dann ist keine Zeit mehr.“

„Wofür?“

„Für Phase Zwei.“

Ich sah ihn an.

„Was ist Phase Zwei?“

Adrian deutete auf den Boden.

„Unter uns.“

Wir gingen in den Keller.

Eine Stahltür versperrte den Zugang.

Adrian gab einen Code ein.

Die Tür öffnete sich.

Dahinter lag ein riesiges unterirdisches Archiv.

Computer liefen.

Monitore zeigten genetische Daten.

Und in der Mitte des Raumes stand eine große Maschine.

Mila blieb stehen.

„Was ist das?“

Adrian antwortete:

„Das ist der Grund, warum ihr getrennt wurdet.“

Ich sah auf den Bildschirm.

Drei Namen erschienen.

ADRIAN COLE – SUBJEKT 0047-A

EVA DE WIT – SUBJEKT 0047-B

MILA VERMEER – SUBJEKT 0047-C

Darunter:

GENETISCHE KOMBINATION: VOLLSTÄNDIG

Ich verstand.

„Drei Geschwister.“

Adrian nickte.

„Ich war der erste Versuch.“

„Was wurde mit dir gemacht?“

Er sah weg.

„Ich wurde als Kind getestet. Medikamente. Blutentnahmen. Gehirnscans. Alles.“

Mila nahm seine Hand.

„Warum hast du überlebt?“

„Weil ich weggelaufen bin.“

Ich sah auf die Maschine.

„Und wir?“

Adrian zeigte auf den Bildschirm.

„Ihr wurdet getrennt, damit niemand die genetische Kombination vervollständigen konnte.“

„Aber warum?“

„Weil diese Kombination nicht nur selten ist.“

Er machte eine Pause.

„Sie kann bestimmte biologische Marker erkennen, die andere Menschen nicht erkennen können.“

Ich runzelte die Stirn.

„Was bedeutet das?“

Adrian zeigte auf die Maschine.

„Euer Großvater hat ein System entwickelt, das auf genetische Identifikation basiert.“

„Für was?“

„Für die Kontrolle seines gesamten Vermögens.“

Mila schüttelte den Kopf.

„Das kann doch nicht alles sein.“

„Ist es auch nicht.“

Adrian öffnete einen weiteren Ordner.

Darin befanden sich Dokumente über mehrere Unternehmen.

Banken.

Stiftungen.

Private Sicherheitsfirmen.

Und schließlich ein Name:

VERMEER GLOBAL TRUST.

„Das ist das wahre Vermögen“, sagte Adrian.

„Wie viel?“

Adrian sah mich an.

„Mehr als drei Milliarden Euro.“

Mila wurde blass.

„Und wir haben all diese Jahre nichts davon gewusst.“

„Weil der Zugriff nur möglich ist, wenn alle drei genetischen Schlüssel gleichzeitig aktiviert werden.“

Ich sah ihn an.

„Dann bist du der dritte Schlüssel.“

„Ja.“

Plötzlich ging das Licht aus.

Wir erstarrten.

Eine Stimme ertönte aus den Lautsprechern.

„Sehr gut.“

Ich kannte die Stimme.

Hendrik.

„Ihr habt es geschafft.“

Mila sah nach oben.

„Großvater?“

Ein Bildschirm ging an.

Hendriks Gesicht erschien.

Aber er war nicht allein.

Neben ihm stand eine Frau.

Meine Mutter.

Ich hörte auf zu atmen.

„Mama …“

Adrian trat zurück.

„Das kann nicht sein.“

Die Frau auf dem Bildschirm sah direkt in die Kamera.

Sie war älter.

Aber ich erkannte sie.

Meine Mutter.

Lebendig.

„Hallo, Eva.“

Tränen liefen über mein Gesicht.

„Du lebst.“

Sie nickte.

„Ja.“

„Warum?“

„Weil ich verschwinden musste.“

Ich schrie:

„Du hast mich mein ganzes Leben glauben lassen, dass du tot bist!“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Ich hatte keine Wahl.“

„Du hattest immer eine Wahl!“

Adrian trat vor.

„Warum hast du mich verlassen?“

Meine Mutter sah ihn an.

„Weil sie dich sonst getötet hätten.“

Dann wurde das Bild plötzlich von einem roten Warnsignal überlagert.

PHASE ZWEI AKTIVIERT.

Mila flüsterte:

„Was passiert jetzt?“

Meine Mutter sagte:

„Jetzt beginnt der Teil, den euer Großvater nie kontrollieren konnte.“

Der Bildschirm wurde schwarz.

Und die Maschine begann zu laufen.