Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes
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Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes

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Teil 8 – Die Wahrheit über meine Familie

Ich starrte auf das Foto, bis ich das Gefühl hatte, den Boden unter meinen Füßen zu verlieren.

Mein Vater.

Meine Mutter.

Und zwischen ihnen ein Datum, das ich niemals vergessen würde.

17. August.

Der Tag, an dem mein Vater angeblich die letzten Beweise gegen Andrew sichern wollte.

Der Tag, an dem Marcus behauptet hatte, Andrew habe seinen Tod verursacht.

Und nun tauchte meine Mutter auf einem Foto auf, das offenbar direkt mit diesem Geheimnis verbunden war.

Ich rief sie sofort an.

Sie nahm nach dem dritten Klingeln ab.

„Ava?“

Ihre Stimme klang müde.

„Mama, ich muss dich etwas fragen.“

Eine lange Pause.

„Was ist passiert?“

„Kennst du Andrew Vaughn?“

Am anderen Ende wurde es still.

Zu still.

„Warum fragst du das?“

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

„Weil ich ein Foto gefunden habe.“

Ich hörte, wie sie scharf Luft holte.

„Woher hast du es?“

„Also kennst du ihn.“

Wieder Schweigen.

Dann sagte sie:

„Ava, komm nach Hause.“

„Nein.“

Meine Stimme zitterte.

„Nicht bevor du mir die Wahrheit sagst.“

„Du verstehst das nicht.“

„Dann erklär es mir.“

Meine Mutter begann zu weinen.

„Dein Vater wollte dich schützen.“

Ich schloss die Augen.

„Das haben inzwischen alle gesagt.“

„Weil es stimmt.“

„Vor wem?“

Sie antwortete nicht.

„Vor Andrew?“

Keine Antwort.

„Oder vor jemand anderem?“

Dann sagte sie etwas, das mich vollkommen verstummen ließ.

„Vor deinem eigenen Vater.“

* * *

Eine Stunde später saß meine Mutter mir gegenüber.

Ethan war ebenfalls da.

Er hatte zunächst darauf bestanden, mich nicht allein zu lassen.

Meine Mutter sah ihn lange an.

„Du bist Ethan.“

„Ja.“

„Dann weißt du inzwischen, dass dein Vater nicht der Mann war, für den du ihn gehalten hast.“

Ethan sagte nichts.

Meine Mutter legte beide Hände auf den Tisch.

„Richard war kein schlechter Mensch.“

Sie sah mich an.

„Aber er war ein schwacher Mensch.“

Ich schluckte.

„Was bedeutet das?“

„Er glaubte, er könne alles kontrollieren.“

Sie nahm einen tiefen Atemzug.

„Die Carter Foundation war ursprünglich wirklich dafür gedacht, Kindern zu helfen. Aber als die Stiftung größer wurde, kamen immer mehr Investoren, Pharmaunternehmen und Forschungsgruppen hinzu.“

„V-17.“

Sie nickte.

„Ja.“

Ethan fragte:

„Wann hat mein Vater davon erfahren?“

„Später als er behauptete.“

„Und wann hast du es erfahren?“

Meine Mutter sah mich an.

„Am Tag, an dem du zwölf warst.“

Mir wurde kalt.

„Ich war eine Versuchsperson.“

„Ja.“

„Warum?“

Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

„Weil du damals sehr krank warst.“

Ich erinnerte mich an das Krankenhaus.

An die weißen Wände.

An die Angst.

An meinen Vater, der meine Hand hielt.

„Die Ärzte sagten, dass eine neue Behandlungsmethode dir helfen könnte.“

„Und Andrew?“

„Er leitete das Projekt.“

Ethan schloss kurz die Augen.

„Aber du hast gesagt, Richard habe dich vor Andrew schützen wollen.“

„Das wollte er.“

„Wann hat er seine Meinung geändert?“

Meine Mutter senkte den Blick.

„Nachdem die ersten Patienten starben.“

* * *

Ich konnte kaum glauben, was ich hörte.

„Wie viele?“

„Damals wussten wir von drei.“

Lily, die bisher schweigend neben Ethan gesessen hatte, wurde blass.

„Es waren mehr.“

Meine Mutter sah sie an.

„Was?“

Lily öffnete ihren Laptop.

„Wir haben mindestens zweiunddreißig Fälle gefunden.“

Meine Mutter schlug die Hand vor den Mund.

„Oh Gott.“

Ethan sah sie an.

„Warum hast du nie darüber gesprochen?“

„Weil ich Angst hatte.“

„Vor Andrew?“

„Vor allen.“

Sie sah mich an.

„Andrew hatte Zugang zu deinen medizinischen Daten. Er wusste, wo du zur Schule gingst. Er wusste, wo wir wohnten.“

Ich flüsterte:

„Deshalb habt ihr mich nach Boston geschickt.“

„Ja.“

„Und warum habt ihr mir nie die Wahrheit gesagt?“

Meine Mutter begann zu weinen.

„Weil dein Vater glaubte, dass du ein normales Leben führen könntest, wenn du nichts davon weißt.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich hatte kein normales Leben.“

Meine Stimme wurde lauter.

„Ich hatte Angst vor Männern, ohne zu wissen warum. Ich habe mich jahrelang gefragt, warum ich Panik bekam, wenn jemand meine Hand zu fest hielt.“

Meine Mutter weinte.

„Es tut mir leid.“

Ich stand auf.

„Das hätte ich wissen müssen.“

* * *

Dann sagte Ethan etwas.

„Es gibt noch eine Frage.“

Alle sahen ihn an.

„Warum behauptet Andrew, Richard habe ihm etwas weggenommen?“

Meine Mutter wurde still.

„Weil Richard die ursprünglichen Forschungsdaten gestohlen hat.“

Ethan runzelte die Stirn.

„Gestohlen?“

„Er wollte sie der Polizei übergeben.“

„Hat er das getan?“

Meine Mutter schüttelte den Kopf.

„Nein.“

„Warum?“

„Weil Andrew ihn vorher gefunden hat.“

Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug.

„Was ist dann passiert?“

Meine Mutter sah mich an.

„Dein Vater wurde bedroht.“

„Von Andrew?“

„Ja.“

„Und dann?“

Sie antwortete:

„Richard gab ihm einen Teil der Daten.“

Ethan erstarrte.

„Welchen Teil?“

„Die Patientendaten.“

„Und was behielt er?“

Meine Mutter sah mich an.

„Die Aufzeichnungen über die Geldtransfers.“

Plötzlich ergab alles Sinn.

Die Finanzunterlagen.

Die Foundation.

Die Pharmaunternehmen.

Die manipulierten Patientenakten.

Doch dann kam die entscheidende Frage.

„Wo sind diese Unterlagen?“

Meine Mutter sah zur Tür.

„Dein Vater hat sie versteckt.“

„Wo?“

Sie antwortete nicht sofort.

Dann sagte sie:

„In deinem Haus.“

Ich sah Ethan an.

„In meinem Haus?“

„Ja.“

* * *

Wir fuhren sofort zurück.

Ethan ließ sein Sicherheitsteam das Gebäude überprüfen.

Niemand war dort.

Ich ging direkt in das alte Arbeitszimmer meines Vaters.

„Wo soll ich suchen?“

Meine Mutter hatte mir nur einen Hinweis gegeben:

„Dort, wo er dir immer gesagt hat, dass du niemals suchen sollst.“

Ich dachte nach.

Dann erinnerte ich mich.

Mein Vater hatte als Kind oft gesagt:

„Ava, geh niemals auf den Dachboden.“

Ich rannte die Treppe hinauf.

Ethan folgte mir.

Der Dachboden war voller alter Möbel.

Kartons.

Familienfotos.

Weihnachtsdekoration.

Ich begann zu suchen.

Nach zehn Minuten entdeckte ich eine alte Holzkiste.

Sie war verschlossen.

Ethan öffnete sie mit einem Werkzeug.

Darin lag ein kleiner schwarzer Ordner.

Ich nahm ihn heraus.

Auf der ersten Seite stand:

V-17 – Finanzielle Beweise.

Meine Hände zitterten.

Wir blätterten durch die Dokumente.

Überweisungen.

Kontonummern.

Namen.

Unterschriften.

Dann sah ich einen Namen, der mir bekannt vorkam.

Marcus Hale.

Darunter:

Dr. Andrew Vaughn.

Und schließlich:

Richard Carter.

Ethan erstarrte.

„Mein Vater hat tatsächlich Geld erhalten.“

Ich blätterte weiter.

„Aber warum?“

Dann entdeckte ich die Erklärung.

Richard hatte Geld von der Foundation auf ein geheimes Konto überwiesen.

Doch es war kein persönliches Konto.

Das Geld war an eine Organisation geflossen, die Opfern medizinischer Studien helfen sollte.

„Er hat versucht, sie zu entschädigen.“

Ethan nickte.

„Aber warum hat er das geheim gemacht?“

Ich las weiter.

Dann fand ich eine handschriftliche Notiz.

Von meinem Vater.

„Wenn ich sterbe, wird Andrew behaupten, dass ich Teil des Systems war. Vielleicht stimmt das sogar. Ich habe zu lange geschwiegen. Aber ich habe versucht, das zu korrigieren.“

Ich begann zu weinen.

Mein Vater war kein Held.

Aber auch kein Monster.

Er war ein Mann, der einen schrecklichen Fehler gemacht hatte und zu spät versucht hatte, ihn wiedergutzumachen.

Doch am Ende stand eine letzte Notiz.

Nur ein Satz.

„Derjenige, der V-17 wirklich finanziert hat, ist nicht Andrew. Sucht nach der ersten Überweisung.“

Ethan öffnete die Datei.

Wir sahen den Namen des Unternehmens.

Ich kannte ihn.

Es war eines der größten Pharmaunternehmen des Landes.

Und plötzlich verstand ich, warum Andrew niemals allein gehandelt hatte.

* * *

Mein Telefon klingelte.

Diesmal war es keine unbekannte Nummer.

Die Polizei.

„Ms. Morgan, wir haben Dr. Andrew Vaughn vernommen.“

Ich hielt den Atem an.

„Und?“

„Er hat nach einem Anwalt verlangt.“

„Was hat er gesagt?“

Der Beamte zögerte.

„Er behauptet, er könne beweisen, dass die Carter Foundation selbst V-17 finanziert hat.“

Ethan sah mich an.

„Das ist unmöglich.“

„Es gibt noch etwas.“

„Was?“

„Andrew verlangt, mit Ihnen persönlich zu sprechen.“

Ich schüttelte sofort den Kopf.

„Nein.“

Doch der Beamte fuhr fort:

„Er sagt, er wird Ihnen nur dann verraten, wer den Tod Ihres Vaters verursacht hat.“

Stille.

Ethan nahm meine Hand.

„Du musst nicht hingehen.“

Ich sah ihn an.

Dann auf die Unterlagen.

Dann auf das Foto meines Vaters.

Ich wusste, dass Andrew mich manipulieren wollte.

Aber ich wusste auch, dass ich endlich die Wahrheit erfahren musste.

„Ich gehe.“

Ethan schüttelte den Kopf.

„Nicht allein.“

Ich nickte.

Dann schloss ich den Ordner.

„Diesmal bestimme ich die Regeln.“

* * *

Am nächsten Morgen saß ich Andrew in einem Vernehmungsraum gegenüber.

Er trug Handschellen.

Sein Gesicht war müde.

Doch als er mich sah, lächelte er.

„Du bist gekommen.“

Ich setzte mich.

„Sag mir, wer meinen Vater getötet hat.“

Andrew lehnte sich zurück.

„Du bist deiner Mutter sehr ähnlich.“

„Antwort.“

Er lächelte.

„Dein Vater ist nicht gestorben, weil er V-17 entdeckt hat.“

„Warum dann?“

Andrew beugte sich vor.

„Weil er herausgefunden hat, wer wirklich hinter V-17 stand.“

Ich hielt den Atem an.

„Wer?“

Andrew sah mich direkt an.

„Deine Mutter.“

Ich erstarrte.

„Das ist eine Lüge.“

„Dann frag sie.“

Er lächelte.

„Und frag sie auch, warum sie am Tag vor dem Tod deines Vaters eine große Summe Geld von dem Pharmaunternehmen erhalten hat.“

Die Tür hinter mir öffnete sich.

Ethan stand dort.

Sein Gesicht war vollkommen ernst.

In seiner Hand hielt er ein Dokument.

„Ava.“

Ich drehte mich um.

„Was ist?“

Er sah mich an.

„Wir haben die Überweisung gefunden.“

Mein Herz blieb stehen.

„Und?“

Ethan legte das Dokument auf den Tisch.

„Andrew hat recht.“

Ich starrte auf die Unterschrift.

Meine Mutter.

Fortsetzung folgt – Teil 9: Die letzte Wahrheit.