Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes
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Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes

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Teil 7 – Die letzte Aufnahme

Für mehrere Sekunden konnte ich mich nicht bewegen.

Die Stimme meines Vaters hallte noch immer durch den Raum.

„Vertraue niemandem bei der Carter Foundation. Nicht einmal meinem Sohn.“

Mein Blick wanderte langsam zu Ethan.

Er stand vollkommen reglos da.

Zum ersten Mal seit jener Nacht sah ich Unsicherheit in seinem Gesicht.

Nicht Wut.

Nicht Angst.

Etwas viel Schwierigeres.

Verletzung.

„Was bedeutet das?“, fragte ich schließlich.

Ethan antwortete nicht.

Marcus Hale beobachtete uns beide.

Dann sagte er leise:

„Jetzt verstehen Sie, warum Ihr Vater Angst hatte.“

Ethan drehte sich zu ihm.

„Du weißt, was diese Aufnahme bedeutet.“

Marcus nickte.

„Ja.“

„Dann erklär es.“

Marcus schwieg.

„Sofort.“

Doch Marcus sah nur mich an.

„Ihr Vater wollte die Wahrheit öffentlich machen. Aber er wusste, dass er dafür einen Preis bezahlen würde.“

„Welchen Preis?“

„Sie.“

Ich erstarrte.

„Mich?“

„Er wusste, dass Andrew Sie niemals in Ruhe lassen würde, wenn er die Wahrheit veröffentlichte.“

Ethan trat näher.

„Das erklärt nicht, warum mein Vater ihn nicht aufgehalten hat.“

Marcus sah ihn an.

„Ihr Vater wusste nicht alles.“

„Was wusste er nicht?“

Marcus lächelte bitter.

„Dass Andrew bereits begonnen hatte, seine eigene Macht aufzubauen.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich verstehe nichts.“

Marcus deutete auf das Video.

„Ihr Vater wollte die Carter Foundation von V-17 trennen. Andrew wollte das verhindern.“

„Und Richard?“

„Richard war nicht der Täter.“

Marcus machte eine kurze Pause.

„Aber er war auch kein Held.“

Ethan wurde blass.

„Was hat er getan?“

Marcus antwortete:

„Er hat geschwiegen.“

* * *

Ich setzte mich langsam auf einen Stuhl.

Mein Vater.

Der Mann, den ich mein ganzes Leben lang für einen moralischen Menschen gehalten hatte.

Er hatte gewusst, dass etwas nicht stimmte.

Er hatte versucht, es zu stoppen.

Aber er hatte geschwiegen.

Vielleicht aus Angst.

Vielleicht aus Schuld.

Vielleicht, weil er glaubte, mich dadurch schützen zu können.

Ich sah wieder auf das Telefon.

„Spielt das Video weiter.“

Ethan sah mich an.

„Bist du sicher?“

„Ja.“

Ich drückte auf den Bildschirm.

Mein Vater erschien erneut.

Er saß hinter seinem Schreibtisch.

Seine Hände waren ineinander verschränkt.

Sein Gesicht wirkte erschöpft.

„Ava, wenn du diese Aufnahme siehst, ist wahrscheinlich etwas schiefgegangen.“

Er holte tief Luft.

„Ich habe viele Fehler gemacht.“

Meine Augen füllten sich mit Tränen.

„Der größte war, zu glauben, ich könnte Menschen wie Andrew kontrollieren.“

Er sah direkt in die Kamera.

„Das konnte ich nicht.“

Dann legte er einen Ordner auf den Tisch.

„V-17 begann als medizinisches Forschungsprojekt. Die ursprüngliche Absicht war, eine neue Behandlungsmethode für Kinder mit schweren Herzerkrankungen zu entwickeln.“

Ich sah Lily an.

Sie stand schweigend neben mir.

„Doch Andrew und Marcus haben das Projekt verändert.“

Mein Vater fuhr fort:

„Sie begannen, Medikamente einzusetzen, die niemals für die Patienten vorgesehen waren.“

Ethan ballte die Hände zu Fäusten.

„Ich habe es zu spät entdeckt.“

Mein Vater senkte den Blick.

„Als ich es erkannte, waren bereits Menschen gestorben.“

Ich hielt den Atem an.

„Ich wollte zur Polizei gehen.“

Dann erschien ein bitteres Lächeln auf seinem Gesicht.

„Aber Andrew hatte Beweise gegen mich.“

Ich flüsterte:

„Welche Beweise?“

Das Video beantwortete meine Frage.

„Er hatte finanzielle Unterlagen der Carter Foundation. Einige Zahlungen waren über Tochtergesellschaften abgewickelt worden, ohne dass ich sie persönlich genehmigt hatte.“

Mein Vater schüttelte den Kopf.

„Aber mein Name stand darauf.“

Ethan sagte leise:

„Deshalb hat Andrew ihn erpresst.“

Mein Vater sprach weiter.

„Ich wusste, dass Andrew versuchen würde, Ava zu benutzen, um mich zum Schweigen zu bringen.“

Ich schloss die Augen.

„Deshalb habe ich sie aus New York geschickt.“

Meine Mutter hatte damals tatsächlich darauf bestanden, dass ich für mehrere Monate bei meiner Tante in Boston blieb.

Ich hatte nie verstanden, warum.

Jetzt verstand ich es.

Mein Vater hatte versucht, mich aus Andrews Reichweite zu bringen.

Doch dann kam der Satz, der mich völlig erschütterte.

„Wenn Ava irgendwann wieder mit Andrew in Kontakt kommt, bedeutet das, dass mein Plan gescheitert ist.“

Mein Vater lehnte sich zurück.

„Dann muss sie wissen, dass Andrew nicht ihr einziger Feind ist.“

Das Video flackerte.

„Es gibt jemanden innerhalb der Carter Foundation, der seit Jahren für Andrew arbeitet.“

Ethan trat näher an den Bildschirm.

„Wer?“

Mein Vater sagte:

„Mein Sohn.“

Das Video stoppte.

Stille.

* * *

Ich sah Ethan an.

Er sagte nichts.

„Du?“

„Ava, ich schwöre dir—“

„Mein Vater hat deinen Namen genannt.“

„Er hat gesagt, du sollst mir nicht vertrauen.“

„Das ist dasselbe.“

Ethan trat einen Schritt zurück.

Sein Gesicht war verletzt.

„Nein.“

„Dann erklär es mir.“

Er holte sein Telefon heraus.

„Ich kann dir alles zeigen.“

„Was?“

„Meine Kontobewegungen.“

Er öffnete mehrere Dokumente.

„Ich habe niemals Geld von Andrew erhalten.“

Marcus lachte.

„Das bedeutet nichts.“

Ethan sah ihn an.

„Du solltest besser schweigen.“

Marcus verschränkte die Arme.

„Warum? Weil du glaubst, sie wird dir glauben?“

Ethan ging auf ihn zu.

„Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, die Foundation meines Vaters weiterzuführen.“

„Genau.“

Marcus lächelte.

„Und genau deshalb warst du so nützlich.“

Ich sah zwischen den beiden Männern hin und her.

„Was meinst du?“

Marcus antwortete:

„Ethan wusste nicht, dass bestimmte Zahlungen über die Foundation liefen.“

Ethan erstarrte.

„Was?“

„Dein Vater hatte dir nie vollständigen Zugriff auf die Finanzstruktur gegeben.“

Ethan sah mich an.

„Das stimmt.“

„Aber du hast die Verträge unterschrieben.“

Ich spürte, wie mir das Herz sank.

„Ohne zu wissen, was darin stand?“

Ethan nickte.

„Ich habe mich auf die Rechtsabteilung verlassen.“

Marcus lächelte.

„Und genau das wollte Andrew.“

* * *

Plötzlich hörten wir draußen Sirenen.

Marcus sah zur Tür.

„Die Polizei.“

Ethan griff nach seinem Telefon.

„Ich habe sie gerufen.“

Marcus machte einen Schritt zurück.

Doch diesmal kam er nicht weit.

Die Tür wurde aufgerissen.

Mehrere Beamte stürmten herein.

„Marcus Hale! Hände hoch!“

Marcus hob langsam die Arme.

Doch bevor er abgeführt wurde, sah er mich an.

„Ava.“

Ich antwortete nicht.

„Dein Vater hat dich geliebt.“

Ich sah ihn kalt an.

„Und warum hast du mir das erzählt?“

Marcus lächelte traurig.

„Weil Andrew dir etwas niemals erzählen wird.“

„Was?“

Marcus wurde abgeführt.

An der Tür drehte er sich noch einmal um.

„Er hat deinen Vater nicht nur erpresst.“

Ich hielt den Atem an.

„Er war derjenige, der dafür gesorgt hat, dass dein Vater gestorben ist.“

Ethan erstarrte.

Ich konnte nicht sprechen.

„Nein.“

Marcus sagte nichts mehr.

Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.

* * *

In dieser Nacht saß ich allein im Arbeitszimmer meines Vaters.

Ethan war draußen.

Er gab den Ermittlern freiwillig Zugang zu allen seinen Unterlagen.

Ich sah noch einmal das Video.

Dann bemerkte ich etwas, das mir vorher entgangen war.

Im Hintergrund stand ein Kalender.

Darauf war ein Datum markiert.

17. August.

Und daneben hatte mein Vater nur zwei Worte geschrieben:

„Letzte Übergabe.“

Heute war der 17. August.

Mein Telefon begann zu klingeln.

Unbekannte Nummer.

Ich nahm ab.

Niemand sprach.

Dann hörte ich eine Stimme.

Andrew.

„Du hast die letzte Aufnahme gefunden.“

Ich erstarrte.

„Woher hast du meine Nummer?“

Er lachte leise.

„Ava, du suchst immer noch nach Antworten.“

„Wo ist Lily?“

„Sie ist sicher.“

„Was willst du?“

„Das, was dein Vater mir vor drei Jahren genommen hat.“

„Was?“

Eine kurze Pause.

Dann sagte Andrew:

„Die Wahrheit.“

Ich schloss die Augen.

„Welche Wahrheit?“

Seine Stimme wurde plötzlich kalt.

„Dass dein Vater nicht das Opfer war.“

Die Verbindung wurde unterbrochen.

Ich sah auf den Bildschirm.

Dann kam eine Nachricht.

Ein Foto.

Darauf war mein Vater zu sehen.

Doch diesmal stand neben ihm eine Person, die ich niemals erwartet hätte.

Meine Mutter.

Und darunter stand:

„Frag sie, warum sie damals wirklich geschwiegen hat.“

Fortsetzung folgt – Teil 8: Die Wahrheit über meine Familie.