Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes
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Der Milliardär, den ich heimlich liebte – und das Geheimnis des gefeierten Arztes

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Teil 5 – Der Name auf der Liste

Ich starrte auf den Namen, der auf Ethans Bildschirm stand.

Richard Carter.

Für einige Sekunden sagte niemand etwas.

Der Regen prasselte gegen die hohen Fenster des alten Forschungszentrums, während draußen Polizeifahrzeuge mit eingeschalteten Blaulichtern standen.

Ethan bewegte sich nicht.

Er sah aus, als hätte jemand ihm den Boden unter den Füßen weggezogen.

„Das kann nicht mein Vater sein“, sagte er schließlich.

Seine Stimme war kaum hörbar.

Ich legte vorsichtig eine Hand auf seinen Arm.

„Vielleicht gibt es eine Erklärung.“

Er sah mich an.

„Welche?“

Ich wusste keine.

* * *

Richard Carter war nicht irgendein Geschäftsmann.

Er war der Gründer der Carter Foundation.

Der Mann, dessen Name auf jedem Krankenhausflügel, jeder Universitätsbibliothek und beinahe jeder Wohltätigkeitsveranstaltung in New York zu finden war.

Er war seit Jahrzehnten als großzügiger Philanthrop bekannt.

Und vor allem war er Ethans Vater.

„Die Datei könnte manipuliert worden sein“, sagte Lily.

Ethan nickte langsam.

„Das ist möglich.“

Der Polizeibeamte, der gerade den Raum betrat, schüttelte jedoch den Kopf.

„Wir haben die Metadaten überprüft.“

Ethan drehte sich zu ihm.

„Und?“

„Die Datei wurde vor drei Jahren erstellt.“

„Von wem?“

Der Beamte hielt ein Tablet hoch.

„Die ursprünglichen Zugangsdaten gehören tatsächlich Richard Carter.“

Ethan schloss die Augen.

Ich sah, wie schwer er atmete.

„Hat mein Vater von den Medikamenten gewusst?“

„Das wissen wir noch nicht.“

„Aber sein Name steht dort.“

„Ja.“

Der Beamte sah ihn ernst an.

„Und deshalb müssen wir der Sache nachgehen.“

Ethan nickte.

„Natürlich.“

Doch ich konnte sehen, wie sehr ihn diese Antwort traf.

* * *

Eine Stunde später saßen wir im Konferenzraum des Polizeigebäudes.

Lily war von einer Beamtin betreut worden.

Andrew befand sich in Gewahrsam.

Die ersten Ermittler durchsuchten gleichzeitig mehrere Räume im Forschungszentrum.

Ich saß Ethan gegenüber.

Er hatte seit fast einer Stunde kein Wort gesagt.

„Du musst nicht allein damit umgehen“, sagte ich.

Er sah mich an.

„Das ist mein Vater.“

„Ich weiß.“

„Wenn er beteiligt ist …“

Er brach ab.

„Dann habe ich mein ganzes Leben lang an eine Lüge geglaubt.“

Ich schwieg.

„Ich habe immer gedacht, mein Vater hätte mir beigebracht, Verantwortung zu übernehmen.“

Er lachte bitter.

„Vielleicht hat er mir nur beigebracht, wie man Macht benutzt.“

„Ethan.“

„Was?“

„Wir wissen noch nicht, was passiert ist.“

Er sah mich an.

„Aber wir wissen genug, um nicht wegzusehen.“

Diese Worte schienen ihn zu erreichen.

Er nickte.

* * *

Kurz nach Mitternacht erhielt die Polizei eine neue Information.

Ein Ermittler kam in den Raum.

„Wir haben den ursprünglichen Server gefunden.“

Ethan stand sofort auf.

„Wo?“

„Im Verwaltungsgebäude des Krankenhauses.“

„Ist er noch aktiv?“

„Ja.“

„Dann fahren wir hin.“

Der Ermittler hielt ihn zurück.

„Mr. Carter, Sie sollten nicht selbst eingreifen.“

Ethan blieb stehen.

„Das ist mein Krankenhaus.“

„Genau deshalb.“

Ich sah Ethan an.

„Er hat recht.“

Ethan atmete tief durch.

„Gut.“

* * *

Das Krankenhaus wirkte mitten in der Nacht beinahe friedlich.

Patienten schliefen.

Ärzte liefen durch die Gänge.

Pflegekräfte wechselten ihre Schichten.

Niemand ahnte, dass sich hinter den Wänden möglicherweise ein Skandal verbarg, der die gesamte medizinische Leitung zerstören konnte.

Wir wurden in einen gesicherten Serverraum geführt.

Ein Techniker öffnete die alten Datenarchive.

„Hier sind die Originalprotokolle.“

Ethan trat näher.

„Öffnen Sie die Dateien von vor drei Jahren.“

Der Bildschirm füllte sich mit Daten.

Patientennamen.

Operationszeiten.

Medikamente.

Dosierungen.

Ethan wurde blass.

„Da.“

Er zeigte auf eine Zeile.

„Das Medikament wurde erst nach der Operation hinzugefügt.“

Der Techniker nickte.

„Ja.“

„Wer hat die Änderung vorgenommen?“

Der Techniker überprüfte die Protokolle.

„Dr. Andrew Vaughn.“

Ich hielt den Atem an.

„Und wer hat sie genehmigt?“

Der Techniker suchte weiter.

Dann erschien ein zweiter Name.

Richard Carter.

Ethan schloss die Augen.

Diesmal gab es keine Ausrede mehr.

Oder zumindest sah es so aus.

* * *

Doch dann bemerkte Lily etwas.

„Moment.“

Alle drehten sich zu ihr.

Sie zeigte auf den Bildschirm.

„Die Zeit stimmt nicht.“

Der Techniker runzelte die Stirn.

„Was meinst du?“

„Hier steht, dass Richard Carter die Änderung um 02:17 Uhr genehmigt hat.“

„Ja.“

Lily schüttelte den Kopf.

„Das kann nicht stimmen.“

„Warum?“

Sie zog ihr Handy heraus.

„Ich habe damals im Krankenhaus gearbeitet. An diesem Tag gab es eine große Benefizveranstaltung.“

Ethan sah sie an.

„Was hat das damit zu tun?“

„Dein Vater hielt an diesem Abend eine Rede.“

Der Techniker überprüfte die öffentlichen Aufzeichnungen.

Dann erstarrte er.

„Er war um 02:17 Uhr gar nicht hier.“

Ethan trat näher.

„Wo war er?“

„Boston.“

Stille.

Ich sah Ethan an.

„Dann kann er die Datei nicht persönlich genehmigt haben.“

Der Ermittler schüttelte den Kopf.

„Vielleicht per Fernzugriff.“

Der Techniker überprüfte die Verbindung.

„Nein.“

„Warum nicht?“

„Die Genehmigung wurde von einem Terminal innerhalb dieses Krankenhauses erteilt.“

Ethan sah auf den Bildschirm.

„Dann hat jemand seinen Zugang benutzt.“

Lily sagte leise:

„Jemand, der sein Passwort kannte.“

* * *

Wir gingen die Zugangsdaten durch.

Dutzende Namen.

Ärzte.

Administratoren.

IT-Mitarbeiter.

Dann tauchte ein Name immer wieder auf.

Dr. Marcus Hale.

Ich kannte ihn.

„Er ist der stellvertretende medizinische Direktor.“

Ethan nickte.

„Und er war einer der Ärzte, die heute Abend bei der Gala waren.“

Der Ermittler sah ihn an.

„Er ist verschwunden.“

Mein Herz schlug schneller.

„Seit wann?“

„Seit ungefähr zwei Stunden.“

Ethan sah mich an.

„Andrew war nicht allein.“

„Nein.“

Lily trat näher.

„Und Marcus war damals für die klinischen Studien verantwortlich.“

Plötzlich wurde mir etwas klar.

„Andrew war derjenige, der die Patienten behandelte.“

Ethan ergänzte:

„Marcus kontrollierte die Daten.“

Lily sagte:

„Und jemand mit Zugang zur Verwaltung konnte die Ergebnisse manipulieren.“

Der Ermittler sah uns an.

„Aber warum?“

Niemand antwortete.

Dann bemerkte Ethan eine Datei am unteren Rand des Bildschirms.

Projekt V-17.

„Öffnen Sie das.“

Der Techniker zögerte.

„Die Datei ist verschlüsselt.“

„Entschlüsseln Sie sie.“

Nach einigen Minuten erschien ein Dokument.

Es enthielt eine Liste experimenteller Medikamente.

Darunter standen mehrere Patientennamen.

Und daneben jeweils ein Betrag.

Nicht medizinische Daten.

Geldbeträge.

Ich starrte auf den Bildschirm.

„Sie wurden bezahlt.“

Ethan sah mich an.

„Wer?“

Ich zeigte auf die Namen.

„Pharmaunternehmen.“

Der Ermittler wurde blass.

„Das bedeutet, dass diese Patienten möglicherweise als Versuchspersonen benutzt wurden.“

„Ohne ihre Zustimmung“, sagte Lily.

Ethan ballte die Fäuste.

Dann öffnete sich plötzlich die Tür.

Ein Polizist kam herein.

„Mr. Carter.“

„Was ist?“

„Wir haben Dr. Hale gefunden.“

Ethan trat vor.

„Wo?“

Der Polizist zögerte.

„In Ihrem Haus.“

Ethan erstarrte.

„Was?“

„Er war dort.“

Ich sah Ethan an.

„Warum sollte Marcus Hale in deinem Haus sein?“

Der Polizist antwortete:

„Das wissen wir noch nicht.“

Dann fügte er hinzu:

„Aber er hat nach etwas gesucht.“

„Nach was?“

Der Beamte sah mich an.

„Nach Ihnen.“

* * *

Teil 5 – Ende

In diesem Moment wusste ich, dass die Sache eine völlig neue Wendung genommen hatte.

Andrew war festgenommen worden.

Doch jemand anderes war noch frei.

Jemand, der offenbar wusste, wo ich wohnte.

Jemand, der meinen Namen kannte.

Und jemand, der bereit war, in Ethans Haus einzubrechen, um etwas zu finden.

Etwas, das möglicherweise wichtiger war als alle bisherigen Beweise.

Als wir das Krankenhaus verließen, erhielt Ethan eine Nachricht.

Er öffnete sie.

Sein Gesicht veränderte sich.

„Was ist?“, fragte ich.

Er reichte mir das Telefon.

Eine unbekannte Nummer hatte nur ein Foto geschickt.

Darauf war mein Vater zu sehen.

Richard Carter.

Daneben stand Dr. Marcus Hale.

Und hinter ihnen lag ein Dokument auf einem Tisch.

Darunter eine Nachricht:

„Wenn ihr wirklich die Wahrheit wissen wollt, fragt Richard, warum Ava Morgan vor drei Jahren bereits in den Akten auftauchte.“

Ich erstarrte.

„Was bedeutet das?“

Ethan sah mich an.

„Ich weiß es nicht.“

Doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass die nächste Wahrheit noch viel persönlicher sein würde.

Denn offenbar hatte mein Name bereits in Andrews Akten gestanden, lange bevor ich ihn überhaupt kennengelernt hatte.

Fortsetzung folgt – Teil 6: Das Geheimnis aus der Vergangenheit.