Das Baby, das aus dem Lager verschwand
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Das Baby, das aus dem Lager verschwand

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TEIL 8: Schatten in Lagerhaus 42

Die schweren Metalltüren von Lagerhaus 42 standen einen Spaltweit offen. Ein schwaches gelbes Licht schien von innen nach draußen über die nassen Betonmauern, wo das Hafenwasser leise gegen die Steine klatschte. Lisa und ich drückten unsere Rücken gegen die Wand und lauschten den Geräuschen aus dem Inneren. Man hörte das monotone Brummen eines Aggregats und die gedämpften Stimmen zweier Männer, die etwas Schweres schleppten. „Sind wir sicher, dass die Küste frei ist?“ tönte eine tiefe, raue Stimme von drinnen. „Ja, diese Mutter sitzt auf der Polizeiwache oder irrt am Bahnhof herum.

Die sehen wir erst morgen Früh wieder.“ Einer der Männer lachte trocken. Ich spürte, wie die Wut durch meine Adern strömte; sie glaubten, sie hätten gewonnen. Ich sah Lisa an, die versuchte, ihren Atem zu beruhigen. „Wie kommen wir hinein, ohne dass sie uns sehen?“ flüsterte ich. Lisa zeigte auf ein hohes, offenes Lüftungsgitter an der Seite des Gebäudes, direkt unter dem Dach. „Über jene Leiter da drüben kommen wir auf die Metallgalerie.

Aber es ist hoch und gefährlich.“ Ich zögerte keine Sekunde. Mein Kind war dort drin. Ich packte die Metallsprossen der Leiter und kletterte los, ignorierte die Kälte des Eisens. Als ich fast oben war, hörte ich unten das Geräusch von Bremsen. Ein Auto hielt mit quietschenden Reifen vor dem Lagerhaus. Die Türen flogen auf und eine vertraute, kalte Stimme hallte über den Kai: „Wo ist das Baby? Die Pläne haben sich geändert, wir fahren jetzt los!“ Es war Frau Kramer.