TEIL 7: Die Flucht durch den Hafen
„Da sind sie! Schnappt sie!“ schrie eine grobe Stimme hinter dem Stapel leerer Container. Das helle Licht der Taschenlampen tanzte wild über die rostigen Eisenbahnwaggons. Lisa packte meinen Arm und zog mich in die Dunkelheit. „Lauf! Wenn sie uns erwischen, kommen wir hier nicht lebend raus!“ Wir flogen über den holprigen Schotter, stolperten über lose Steine und rostige Schienen.
Mein Atem brannte in der Lunge, und die kalte Nachtluft schnitt wie Rasierklingen in meinen Hals. Hinter uns hörten wir das Stampfen schwerer Stiefel und laute Rufe, die immer näher kamen. Lisa führte mich zu einem kaputten Zaun am Rande des Geländes, wo eine Lücke im Gitter den Blick auf die dunklen Straßen freigab, die zum Hafen führten. Wir kletterten durch die scharfen Eisenspitzen, wobei mein Mantel hängen blieb, aber ich rannte weiter, ohne zurückzuschauen.
Der Hafen lag vor uns, ein ausgedehntes Labyrinth aus riesigen Containern, Kränen, die sich wie stählerne Riesen gegen den Nachthimmel abzeichneten, und dem dumpfen Geräusch von klatschendem Wasser an der Kaimauer. „Lagerhaus Nummer 42“, keuchte Lisa, während wir uns hinter einer Stapelung von Holzpaletten versteckten. „Dort liegt das Boot bereit.“ Mein Herz klopfte bis zum Hals. Wir waren nah dran, aber hinter uns hörten wir das Geräusch eines sich nähernden Autos, dessen Scheinwerfer den Nebel durchbohrten. Sie verfolgten uns mit einem Fahrzeug.


