Das Baby, das aus dem Lager verschwand
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Das Baby, das aus dem Lager verschwand

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TEIL 2: Das Verhör im Schatten

Der kalte Geruch des Streifenwagens hing noch in meinen Kleidern, als wir das Revier betraten. Meine Hände zitterten so heftig, dass ich meine eigene Tasche kaum festhalten konnte. Herr Van Dijk wich keine Sekunde von meiner Seite, doch die Anwesenheit der beiden Polizisten fühlte sich wie eine schwere Last auf meinen Schultern an. Sie brachten Frau Kramer in einen separaten Raum, während man mich in einen neonbeleuchteten Raum mit einem einfachen Holztisch und zwei Stühlen führte.

Ein älterer Kriminalbeamter mit müdem Blick und dunklem Mantel setzte sich mir gegenüber. Er legte einen Notizblock ab und musterte mich lange, bevor er etwas sagte. „Frau Jansen“, begann er mit ruhiger, aber durchdringender Stimme, „wir verstehen, dass dies ein Albtraum für Sie ist. Aber wir müssen jedes Detail wissen. Dieses Dokument, das in dem verlassenen Auto gefunden wurde – eine Abtretungserklärung...

Ihre Unterschrift ist darauf.“ Ich schüttelte heftig den Kopf und spürte, wie die Tränen hinter meinen Augenlidern erneut brannten. „Nein! Das ist eine Fälschung! Ich habe nie so etwas unterschrieben! Ich würde mein Kind niemals aufgeben, niemals im Leben!“ Der Kommissar nickte langsam, so als hörte er solche Dementi nicht zum ersten Mal. „Das behaupten sie am Anfang alle“, murmelte er fast zu sich selbst. „Das Problem ist, dass die Spurensicherung sagt, die Unterschrift weist digitale Echtheitsmerkmale auf, die von Ihrer originalen Gehaltsabrechnung oder Ihrem Arbeitsvertrag kopiert worden zu sein scheinen.“ Mir stockte der Atem.

Ein Arbeitsvertrag. Wo lag der? Der lag im Büro des Restaurants... in dem persönlichen Tresor von Frau Kramer. Ich klammerte mich an den Rand des Tisches. „Sie hat Zugang zu all meinen Papieren! Sie verwaltet die Personalverwaltung!“ Der Kommissar hob eine Augenbraue und schrieb etwas in seinen Block. Genau in diesem Moment öffnete sich die Tür und eine junge Polizistin trat ein.

Sie beugte sich vor und flüsterte dem Kommissar etwas ins Ohr. Das Gesicht des Mannes veränderte sich augenblicklich. Er sah mich mit einem Blick an, der mir Schauer über den Rücken jagte. „Im Hauptquartier ist gerade ein Paket eingeliegt worden“, sagte er mit strenger Stimme. „Adressiert an Sie. Und es ist etwas von Ihrer Tochter darin.“