DER NAME AUF DEM FORMULAR
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DER NAME AUF DEM FORMULAR

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TEIL 5 — Die Frau, die mir meinen Sohn nahm

Der Vater von Thomas stellte sich als Hendrik De Wit vor.

Ich erinnerte mich an ihn.

Ich hatte ihn vor zwölf Jahren nur ein paar Mal gesehen.

Schon damals war er ein Mann gewesen, der jeden zum Schweigen brachte, sobald er einen Raum betrat.

Er hatte mich nie gemocht.

Seiner Meinung nach war ich zu arm.

Zu jung.

Zu gewöhnlich.

Jetzt sah er mich an, als wäre ich ein Problem, das endlich gelöst werden musste.

„Lucas bleibt bei seiner Familie“, sagte er.

„Er ist mein Sohn.“

„Das muss erst noch festgestellt werden.“

Ich sah zum Anwalt.

„Gibt es einen DNA-Test?“

„Der kann durchgeführt werden.“

Hendrik lächelte.

„Genau.“

Lucas wachte auf.

„Warum redet ihr über mich, als wäre ich nicht hier?“

Alle schwiegen.

Hendrik ging zu seinem Bett.

„Junge, du musst dich ausruhen.“

„Wer sind Sie?“

„Ich bin dein Großvater.“

Lucas sah ihn an.

„Mein Vater hat gesagt, dass ich Ihnen nicht vertrauen soll.“

Hendriks Gesicht veränderte sich.

Nur für eine Sekunde.

„Dein Vater war krank.“

„Er sagte, dass Sie meine Mutter von mir ferngehalten haben.“

Der Raum wurde still.

Hendrik sah zu mir.

„Das ist lächerlich.“

Ich stand auf.

„Ist es das?“

Marianne stellte sich dazwischen.

„Eva, genug.“

„Du hast mir zwölf Jahre lang erzählt, dass Thomas mich nicht wollte.“

„Das wollte er auch nicht.“

„Er hat geschrieben, dass er mich zurückhaben wollte.“

Marianne schwieg.

„Er hat es auf Papier geschrieben.“

Ich hielt den Brief hoch.

„Er hat versucht, mich zu finden.“

„Und er ist gescheitert.“

„Nein.“

Ich sah sie direkt an.

„Ihr habt ihn daran gehindert.“

Lucas hörte zu.

„Warum?“

Marianne sah ihn an.

„Zu deinem Schutz.“

Lucas schüttelte den Kopf.

„Das sagt ihr alle.“

Er sah zu mir.

„Aber du bist gekommen.“

Ich spürte, wie meine Augen brannten.

„Ja.“

„Warum?“

„Weil du mein Kind bist.“

Er lächelte ganz schwach.

Hendrik sah zu Marianne.

„Nimm ihn mit.“

Der Anwalt trat nach vorne.

„Das geht nicht.“

Hendrik drehte sich um.

„Wie bitte?“

„Thomas hat rechtliche Dokumente hinterlassen.“

„Dokumente können angefochten werden.“

„Natürlich.“

„Und das werde ich tun.“

„Dann sehen wir uns vor Gericht.“

Hendrik ging hinaus.

Marianne blieb stehen.

Sie sah Lucas an.

„Ich habe dich beschützt.“

Lucas antwortete:

„Du hast mich belogen.“

Danach ging auch sie.

Später an diesem Nachmittag kam ein Mann ins Krankenhaus.

Er war ungefähr fünfzig Jahre alt und trug eine einfache dunkle Jacke.

Er blieb mit etwas Abstand stehen.

„Sie sind Eva?“

„Ja.“

„Mein Name ist David.“

„Wer sind Sie?“

„Ich kannte Thomas.“

„Als Freund?“

„Mehr als das.“

Er holte ein Foto aus seiner Jackentasche.

Thomas war darauf zu sehen.

Neben ihm stand eine junge Frau.

Zwischen ihnen lag ein Baby.

Lucas.

Auf der Rückseite stand ein Datum.

Der Tag nach seiner Geburt.

„Woher haben Sie dieses Foto?“

„Thomas hat es mir gegeben.“

„Warum?“

„Er wollte, dass jemand die Wahrheit bewahrt.“

Ich sah auf das Foto.

„Welche Wahrheit?“

David blickte in den Flur, in dem Marianne verschwunden war.

„Dass Lucas Ihnen niemals freiwillig weggenommen wurde.“

„Was meinen Sie damit?“

„Thomas fand heraus, dass Ihre Unterschrift unter dem Abgabedokument nicht rechtsgültig war.“

Mein Herz setzte aus.

„Warum hat er dann nichts getan?“

„Weil er bedroht wurde.“

„Von wem?“

David schwieg.

„Von wem?“

„Von seinem Vater.“

Ich spürte einen kalten Schauer.

„Warum?“

„Es ging nicht nur um Geld.“

„Worum dann?“

David sah mich ernst an.

„Thomas entdeckte etwas über Ihre Familie.“

Mein Mund wurde trocken.

„Meine Familie?“

„Ihre Eltern.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Meine Eltern haben damit nichts zu tun.“

David sah mich an.

„Das dachte Thomas auch.“

Er holte einen alten Kontoauszug hervor.

Eine Überweisung.

Von Marianne.

An meine Mutter.

Drei Tage nach Lucas’ Geburt.

Ich sah auf den Betrag.

Meine Hände begannen zu zittern.

„Warum bekam meine Mutter Geld?“

David antwortete:

„Weil sie wusste, wer Lucas’ wirklicher Vater war.“