Das Geheimnis des Krankenhauses
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Das Geheimnis des Krankenhauses

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TEIL 3 — Das verbotene Archiv

Sie setzten mich draußen am Hintereingang im kalten Regen aus. Die Wachen ließen mich mit der Drohung zurück, dass ich beim geringsten Versuch der Rückkehr fristlos entlassen und angezeigt würde. Aber sie verstanden etwas Grundlegendes nicht: Meine Arbeit war nie mein Leben gewesen; sie war lediglich mein Deckmantel, um hineinzukommen. Ich ging nicht nach Hause.

Ich suchte Schutz unter dem Vordach der alten Parkgarage gegenüber dem Krankenhaus. Dort holte ich das Kärtchen und den Schlüssel aus der Tasche. Im schwachen Licht der Straßenlaterne betrachtete ich den Schlüssel genauer. Es war ein altmodischer Zylinderschlüssel mit einer eingravierten Nummer: B-412 . Wozu gehörte diese Nummer? Nicht zum Kellereckkasten, denn der hatte sich bereits mit dem mechanischen Schloss öffnen lassen.

Dies war der Schlüssel zu einer bestimmten Tür. Ich dachte nach. Achtzehn Jahre lang hatte ich jeden Winkel, jeden Flur, jeden Raum und jeden Besenschrank dieses Krankenhauses gereinigt. Es gab keinen Quadratmeter, auf dem ich nicht gewesen war — bis auf einen. Das alte Archiv im Unterkeller, das seit dem Bau des Krankenhauses mit einem doppelten Vorhängeschloss und einer offiziellen Warnung der Gemeinde versiegelt zu sein schien.

Jeder dachte, dort lägen nur alte Krankenakten aus den achtziger Jahren. Aber was, wenn dem nicht so war? Was, wenn das der Ort war, an dem Thomas seine echte Arbeit verrichtet hatte? Um Mitternacht schlich ich mich über die Laderampe wieder ein. Dank meiner langjährigen Dienstzeit kannte ich alle blinden Flecken der Überwachungskameras. Die Systeme waren zudem durch den Stromausfall von früher am Abend noch instabil; die Bildschirme flackerten ab und zu grün.

Ich schluckte meine Angst hinunter und stieg die Betontreppen hinab, tiefer als der normale Keller, in die vergessene Ebene. Die Luft roch hier muffig, nach altem Papier und Eisen. Am Ende eines stockdunklen Flurs stand die schwere Stahltür des Archivs. Ich hielt den Atem an. Es gab tatsächlich ein modernes Codeschlöss, aber daneben befand sich ein altmodisches Schlüsselloch, das unter einer dicken Staubschicht verborgen lag.

Mit zitternden Händen steckte ich den Schlüssel B-412 in das Loch. Er passte. Mit einem sanften Klick drehte sich der Mechanismus. Ich drückte die Tür auf und trat ein, die Taschenlampe straff nach vorne gerichtet. Was das Licht enthüllte, ließ mein Blut in den Adern gefrieren: Die Wände hingen voller Zeitungsartikel, Röntgenbilder und Pläne. Und in der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch mit einer darauf aufgeschlagenen Mappe. Oben auf der Seite stand mein eigener Name.