TEIL 14 – Die herannahende Gefahr im Dunkeln
Das Geräusch des herannahenden Autos kam immer näher. Die schweren Motoren dröhnten durch das stille Gebirgstal und hallten an den steilen Felswänden wider. Wer zum Teufel konnte wissen, dass wir hier waren? Wir hatten keine Spuren hinterlassen, keine Handys benutzt, und die Fahrt zur Berghütte war in kompletter Geheimhaltung durchgeführt worden.
Luca ging mit schnellen, leisen Schritten zum Fenster, schob den schweren Holzladen einen Spaltweit auf und spähte in die stockfinsteren Nacht hinaus. Ein Scheinwerferkegel schnitt durch den Nebel und schien kurz hell über die Baumgrenze, direkt auf die Zufahrt der Berghütte.
„Sie haben uns gefunden“, flüsterte Luca, aber seine Stimme klang nicht ängstlich; er klang kampflustig, wie ein Pilot, der sich auf eine Notlandung im Sturm vorbereitete.
„Wie... wie kann das sein?“, brachte ich hervor, während ich Vittoria, die in der Zwischenzeit durch den Trubel aufgewacht war und leise zu quengeln begann, fest an mich drückte. „Wir hatten keinen Empfang! Sie konnten uns doch nicht orten!“
„Sie haben keine Handysignalisierung gebraucht“, fauchte Luca, während er schnell durch den Raum ging und die schweren Riegel an den Türen kontrollierte. „Stefanos Handlanger arbeiten mit professionellen Söldnern zusammen. Sie haben wahrscheinlich die Dashcam des Mietwagens ausgelesen oder unsere Kennzeichen von einer Verkehrskamera an der Mautstelle scannen lassen, bevor wir die Autobahn verließen.“
Das Auto hielt mit quietschenden Bremsen unten an der Vordertür. Die Türen schlugen zu. Schwere Fußstapfen stampften über den Schotter des Weges zum Eingang.
Mein Herz hämmerte in meiner Kehle. Ich wollte vor Angst schreien, riss mich aber zusammen, um Vittoria nicht noch mehr zu ängstigen. Luca ging zum Flurschrank, öffnete eine versteckte Luke in der Wand und holte ein schweres, legales Jagdgewehr hervor – ein Überbleibsel aus der Zeit, in der sein Onkel in den Bergen gejagt hatte.
„Elena, hör mir ganz genau zu“, sagte Luca mit eiserner Ruhe, als er mir direkt in die Augen sah. „Nimm Vittoria und geh ins hinterste Schlafzimmer. Dort gibt es eine kleine Luke, die zu einem alten Vorratskeller führt. Wenn etwas passiert... versteck dich dort und komm erst heraus, wenn du meine Stimme hörst. Verstanden?“
„Nein! Ich gehe nicht ohne dich!“, weinte ich, während die Tränen über meine Wangen strömten. „Ich kann dich nicht auch noch verlieren!“
„Du verlierst mich nicht“, antwortete Luca, und zum ersten Mal sah ich ein weiches, verletzliches Lächeln auf seinem Gesicht, während er schnell auf mich zuging und mein Gesicht in seine Hände nahm. Er drückte einen schnellen, feurigen Kuss auf meine Stirn. „Jetzt geh, Elena. Für Vittoria.“
Bevor ich antworten konnte, ertönte ein hartes, drohendes Pochen an der Vordertür. Die erste Türklinke begann gewaltsam herumzudrehen.


