TEIL 14 — Ein unerwarteter Gast auf der Schwelle
Ich hielt die Hand über dem Papier inne. Kommissar Visser rümpfte die Stirn und ging mit schnellen Schritten in den Flur, um die Haustür zu öffnen, die Hand bereits leicht auf seiner Jacke, wo sein Ausweis und seine Dienstwaffe steckten.
Mark und Sarah hielten den Atem an. Wer um alles in der Welt konnte zu dieser Stunde, mitten in einer unwirtlichen Regennacht, noch an die Tür klopfen?
Die Haustür öffnete sich mit einem knarrenden Geräusch. Wir hörten eine tiefe, fremde Männerstimme, die sich mit dem Kommissar unterhielt, gefolgt von schnellen, hastigen Schritten, die sich dem Wohnzimmer näherten. Ein alter Mann, gehüllt in einen durchnässten Regenmantel und mit einem Gesicht, das tief von Zeit und Emotionen gefurcht war, betrat den Raum.
Er blickte sich im Wohnzimmer um, seine Augen glitten an Mark und Sarah vorbei und blieben dann ruhig und voller Emotionen auf mir haften.
„Anna“, sagte der Mann mit heiserer, zitternder Stimme, die durch Mark und Bein ging. „Gott sei Dank bin ich noch rechtzeitig. Ich dachte schon, ich komme zu spät, um dir die Wahrheit über diesen verdammten Tresor von Wilhelm zu erzählen.“
Ich sprang von meinem Stuhl auf, der Stift fiel mir aus der Hand zu Boden und rollte davon. Mir stockte der Atem. Der Mann, der dort stand, war seit fünfzig Jahren aus unserem Leben verschwunden; er war der Einzige, der den wahren Hintergrund des Familienfonds kannte, und die Person, von der Wilhelm mir immer erzählt hatte, sie sei längst tot.


