DIE GEFÄLSCHTE UNTERSCHRIFT
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DIE GEFÄLSCHTE UNTERSCHRIFT

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TEIL 4 — DIE FRAU HINTER DEM PLAN

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen.

Der Name ging mir nicht aus dem Kopf.

Evelyn Miller.

Meine Schwiegermutter.

Die Frau, die meine Mutter an diesem Morgen aus meinem eigenen Zuhause werfen ließ.

Die Frau, die behauptet hatte, mein Vater habe sie angegriffen.

Die Frau, auf deren Namen fast neunhunderttausend Dollar überwiesen worden waren.

Und jetzt stellte sich heraus, dass sie auch mit dem Büro des verstorbenen Notars zu tun hatte.

Ich sah meinen Vater an.

„Papa, wie viel wusstest du schon?“

Robert sagte nichts.

„Papa.“

Er seufzte.

„Ich wusste, dass die Familie Miller Probleme hatte.“

„Das reicht nicht.“

„Ich wusste nicht, dass Lucas darin verwickelt war.“

„Aber du kanntest Evelyn.“

„Ja.“

„Woher?“

Er setzte sich.

„Sie arbeitete früher für ein Unternehmen, mit dem ich geschäftlich zu tun hatte.“

„Was für ein Unternehmen?“

„Eine Immobilienfirma.“

Ich sah ihn an.

„Und?“

„Evelyn war dort Finanzdirektorin.“

Mein Herz sank.

„Also wusste sie, wie man Eigentumsübertragungen durchführt.“

„Wahrscheinlich.“

„Und sie wusste, wie man Geld verschiebt.“

„Wahrscheinlich.“

Ich stand auf.

„Warum hast du mir das nie erzählt?“

„Weil ich dachte, die Vergangenheit wäre vorbei.“

„Die Vergangenheit hat mein Leben zerstört!“

Meine Stimme hallte durch den Raum.

Mein Vater senkte den Kopf.

„Damit hast du recht.“

Am nächsten Morgen trafen wir meinen Anwalt Daniel Harper in seinem Büro.

Er hatte eine Akte vor sich liegen.

„Es gibt gute Nachrichten“, sagte er.

Ich sah ihn an.

„Das klingt verdächtig.“

Er lächelte schwach.

„Die Eigentumsübertragung der Wohnung weist mehrere Unregelmäßigkeiten auf.“

„Welche?“

„Der Notar hat erklärt, dass du persönlich anwesend warst.“

„Aber ich war bei der Arbeit.“

„Das wissen wir.“

Er schob mir ein Dokument zu.

„Und es gibt ein zweites Problem.“

Ich las es.

Der Zeuge, der meine Identität bestätigt haben sollte, hatte eine Erklärung abgegeben.

Er behauptete, mich niemals gesehen zu haben.

„Was?“

Daniel nickte.

„Sein Name steht auf der Urkunde, aber er sagt, dass auch seine Unterschrift gefälscht wurde.“

Meine Hände begannen zu zittern.

„Also ist die gesamte Übertragung gefälscht.“

„Das sieht ganz danach aus.“

„Können wir mein Haus zurückbekommen?“

„Wahrscheinlich.“

Zum ersten Mal seit Tagen spürte ich Hoffnung.

„Und mein Geld?“

Daniels Gesicht wurde ernst.

„Das wird komplizierter.“

„Warum?“

„Weil das Geld freiwillig von eurem gemeinsamen Konto überwiesen wurde.“

„Von wem?“

„Von Lucas.“

Meine Wut kehrte zurück.

„Aber er hatte keine Erlaubnis.“

„Das müssen wir beweisen.“

„Können wir sein Konto sperren?“

„Das haben wir versucht.“

„Und?“

„Das Geld wurde bereits weiterüberwiesen.“

Ich schloss die Augen.

„Wohin?“

Daniel sah in seine Notizen.

„Auf das Konto eines Unternehmens.“

„Welches Unternehmen?“

Er sah auf.

„Ein Unternehmen, das Evelyn verwaltet.“

Ich lachte ungläubig.

„Also führt alles zu ihr.“

„Ja.“

Mein Vater beugte sich vor.

„Wem gehört dieses Unternehmen?“

Daniel schwieg.

Dann sagte er:

„Lucas.“

Ich sah ihn an.

„Aber er ist offiziell nicht als Eigentümer eingetragen.“

„Richtig.“

„Wie kann das sein?“

„Über einen Trust.“

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

„Denselben Trust?“

Daniel nickte.

„Das wissen wir noch nicht.“

In diesem Moment bekam ich eine Nachricht.

Ein Foto.

Kein Text.

Ich öffnete es.

Mein Gesicht wurde blass.

Es war ein Foto meiner Mutter im Krankenhaus.

Aufgenommen vom Flur aus.

Darunter stand:

STOPP.

Ich sah meinen Vater an.

„Sie beobachten uns.“

Daniel stand sofort auf.

„Schick mir das Foto.“

„Wer könnte es geschickt haben?“

Er sah auf die Nummer.

„Unbekannt.“

Mein Telefon klingelte erneut.

Diesmal war es derselbe unbekannte Anrufer.

Ich nahm ab.

„Hallo?“

Eine Frauenstimme.

„Du bist hartnäckiger, als ich dachte, Sophie.“

Ich erkannte sie sofort.

Evelyn.

„Wo ist mein Geld?“

Sie lachte.

„Dein Geld?“

„Ja.“

„Du meinst das Geld, das du und Lucas gemeinsam aufgebaut habt?“

„Das Geld, das du gestohlen hast.“

Die Stille am anderen Ende dauerte einige Sekunden.

Dann sagte sie:

„Du verstehst immer noch nicht, was hier passiert.“

„Dann erklär es mir.“

„Lucas wollte dich niemals betrügen.“

Ich lachte.

„Er hat meine Mutter aus meinem Zuhause geschleppt.“

„Das war notwendig.“

„Notwendig?“

„Ja.“

„Warum?“

Sie antwortete nicht.

Ich spürte, dass sie beinahe etwas sagen wollte.

Dann ertönte im Hintergrund eine andere Stimme.

Lucas.

„Mutter, gib mir das Telefon.“

Evelyn flüsterte etwas.

Dann hörte ich Lucas.

„Sophie.“

Mein ganzer Körper versteifte sich.

„Was?“

„Ich möchte mit dir sprechen.“

„Worüber?“

„Über deinen Großvater.“

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

„Was weißt du über ihn?“

„Mehr, als du denkst.“

„Warum hast du mein Zuhause gestohlen?“

„Dieses Haus war nie das eigentliche Ziel.“

„Was war dann das Ziel?“

Er schwieg.

Dann sagte er:

„Der Safe.“

„Welcher Safe?“

„Der deines Großvaters.“

Die Verbindung wurde unterbrochen.

Ich sah meinen Vater an.

„Papa.“

Er sah mich an.

„Was?“

„Es gibt einen Safe.“

Er wurde sofort blass.

„Wo?“

„Ich weiß es nicht.“

Vielleicht wusste meine Mutter es.

Wir fuhren ins Krankenhaus.

Doch als wir dort ankamen, stand die Polizei vor dem Zimmer meiner Mutter.

Ein Beamter hielt uns auf.

„Familie von Margaret?“

„Ja“, sagte ich.

„Jemand hat versucht, ihr Zimmer zu betreten.“

Mein Herz blieb stehen.

„Wer?“

„Ein Mann.“

„Nathan?“

Der Beamte schüttelte den Kopf.

„Nein.“

„Wer dann?“

Er sah auf seine Notizen.

„Lucas Miller.“

Ich rannte in das Zimmer.

Meine Mutter saß aufrecht im Bett.

Sie weinte.

„Er hat nach dem Safe gefragt“, flüsterte sie.

Ich nahm ihre Hand.

„Wo ist er?“

Sie sah mich an.

Dann meinen Vater.

Und sagte:

„Unter dem Grab deines Großvaters.“

* * *