TEIL 8 – DIE WAHRHEIT ÜBER MEINEN VATER
Ich konnte nicht aufhören, das Foto anzusehen.
Mein Vater.
Meine Mutter.
Die Nacht, in der mein ganzes Leben verändert wurde.
Auf dem Bild hielt Richard den Vertrag in der Hand.
Den Vertrag, der mein Erbe kontrollierte.
Den Vertrag, der mich zu einer Schachfigur gemacht hatte.
* * *
„Nein…“
Ich schüttelte den Kopf.
„Das kann nicht stimmen.“
* * *
Meine Mutter sah mich traurig an.
„Ich wollte dir diese Wahrheit niemals zeigen.“
„Aber du musst sie kennen.“
* * *
Ich trat zurück.
„Dann erklär es mir.“
Meine Stimme zitterte.
„Warum sieht es so aus, als hätte mein eigener Vater mich verraten?“
* * *
Meine Mutter setzte sich langsam.
Ihre Hände zitterten.
„Weil dein Vater einen Fehler gemacht hat.“
* * *
„Einen Fehler?“
Ich lachte bitter.
„Er hat mein ganzes Leben zerstört.“
* * *
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Sophie.“
„Er hat versucht, dich zu retten.“
* * *
Ich sah sie verwirrt an.
„Was?“
* * *
Meine Mutter nahm ein altes Dokument aus ihrer Tasche.
„Dein Vater hat diesen Vertrag nicht unterschrieben, um dich zu verkaufen.“
„Er hat ihn unterschrieben, um Zeit zu gewinnen.“
* * *
Ich nahm das Papier.
Es war derselbe Vertrag.
Aber diesmal sah ich etwas, das ich vorher nicht bemerkt hatte.
Eine handschriftliche Notiz am Rand.
* * *
„Vertraue niemandem. Schütze Sophie um jeden Preis.“
* * *
Mein Herz schlug schneller.
* * *
„Das ist seine Schrift.“
flüsterte ich.
* * *
Meine Mutter nickte.
„Ja.“
* * *
„Dann warum hat er mich behandelt wie eine Fremde?“
* * *
Ihre Augen füllten sich mit Tränen.
„Weil Helena ihn kontrolliert hat.“
* * *
Ich schwieg.
* * *
„Nach meinem Verschwinden glaubte Helena, sie hätte gewonnen.“
„Aber sie wusste nicht, dass dein Vater einen geheimen Plan vorbereitet hatte.“
* * *
„Welchen Plan?“
* * *
Meine Mutter sah mich ernst an.
„Dich stärker zu machen.“
* * *
Ich verstand nicht.
* * *
„Er wusste, dass Helena versuchen würde, dich zu benutzen.“
„Er wusste, dass sie dich irgendwann zwingen würde, dein Erbe aufzugeben.“
* * *
„Also hat er zugelassen, dass ich leide?“
* * *
Meine Mutter senkte den Blick.
„Ja.“
* * *
Diese Antwort tat weh.
* * *
„Er wollte, dass du lernst, dich selbst zu schützen.“
* * *
Ich schüttelte den Kopf.
„Das ist keine Entschuldigung.“
* * *
Meine Mutter nickte.
„Nein.“
„Aber es ist die Wahrheit.“
* * *
Plötzlich hörten wir ein Geräusch.
Ein Auto hielt vor dem Lagerhaus.
Meine Mutter wurde sofort angespannt.
* * *
„Wir müssen gehen.“
* * *
„Wer ist das?“
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Sie sah zur Tür.
„Helena.“
* * *
Mein Herz schlug schneller.
* * *
Die Tür öffnete sich.
Und tatsächlich trat sie ein.
Meine Stiefmutter.
Aber diesmal sah sie anders aus.
Keine teure Kleidung.
Keine arrogante Haltung.
Nur Angst.
* * *
„Sophie.“
Ihre Stimme war leise.
* * *
Ich stellte mich vor meine Mutter.
„Was willst du?“
* * *
Helena sah mich an.
„Ich bin gekommen, um dir die letzte Wahrheit zu sagen.“
* * *
Ich lachte kalt.
„Noch eine Wahrheit?“
„Von euch allen habe ich genug.“
* * *
Helena schüttelte den Kopf.
„Du hast recht.“
„Ich habe dich benutzt.“
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Diese Worte überraschten mich.
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„Aber Richard auch.“
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Meine Mutter wurde wütend.
„Hör auf zu lügen.“
* * *
Helena sah sie an.
„Du weißt, dass es stimmt.“
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Dann zog sie ihr Handy heraus.
Sie zeigte ein Video.
* * *
Auf dem Bildschirm sah ich meinen Vater.
Vor meiner Operation.
* * *
Er sprach mit einem Mann.
Ein Mann, den ich nicht kannte.
* * *
„Wenn Sophie die Wahrheit erfährt, ist alles vorbei.“
* * *
Ich hielt den Atem an.
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Dann sagte mein Vater:
„Deshalb darf sie niemals erfahren, dass Maya nicht meine Tochter ist.“
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Das Video stoppte.
* * *
Stille.
* * *
Ich sah meine Mutter an.
Dann Helena.
* * *
„Maya…“
Meine Stimme war kaum hörbar.
„Warum?“
* * *
Helena antwortete:
„Weil Maya nicht nur meine Tochter ist.“
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Sie machte eine Pause.
* * *
„Sie ist die Tochter von jemandem, der dein ganzes Leben kontrollieren wollte.“
* * *
Mein Herz raste.
* * *
„Wessen Tochter?“
* * *
Helena sah mich direkt an.
Und sagte:
„Die Tochter von Daniel Weber.“
* * *
Der Name traf mich sofort.
Daniel.
Der Mann aus der Vergangenheit meiner Mutter.
Der Mann, dessen Name immer wieder auftauchte.
* * *
Ich trat zurück.
* * *
„Wer ist Daniel wirklich?“
* * *
Meine Mutter schloss die Augen.
* * *
Dann sagte sie:
„Der Mann, der vor zwanzig Jahren versucht hat, deine Familie zu zerstören.“
* * *
In diesem Moment klingelte mein Handy.
Eine Nachricht.
Von einer unbekannten Nummer.
* * *
Nur ein Satz:
„Sophie, wenn du wissen willst, wer ich wirklich bin… komm zu deinem Vater.“
* * *
Darunter ein Foto.
* * *
Mein Vater.
Gefesselt.
In einem dunklen Raum.
* * *
Mein Atem stockte.
* * *
Denn plötzlich wusste ich:
Der größte Feind meiner Familie war noch nicht besiegt.
Er hatte nur gewartet.
* * *
Fortsetzung folgt…



