Ich brachte meinen Sohn zur Beförderung meines Mannes bei der Marine. Doch die Wache flüsterte: „
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Ich brachte meinen Sohn zur Beförderung meines Mannes bei der Marine. Doch die Wache flüsterte: „

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TEIL 5 — Mein Sohn war verschwunden, doch der Entführer machte einen entscheidenden Fehler

„Elias!“

Ich rannte durch das Zimmer.

Das Fenster stand offen.

Der Vorhang bewegte sich im kalten Nachtwind.

Auf dem Boden lag sein kleiner blauer Schlafanzug.

Meine Knie wurden weich.

„Nein…“

Alexander kam hinter mir herein.

Er sah das leere Bett und erstarrte.

Dann griff er sofort nach seinem Telefon.

„Alle Ausgänge sichern. Niemand verlässt das Grundstück.“

Seine Stimme war wieder die des Commanders.

Kalt.

Präzise.

Kontrolliert.

Aber ich sah seine Hände.

Sie zitterten.

„Sie haben unseren Sohn.“

Ich konnte kaum sprechen.

„Wir holen ihn zurück.“

„Und wenn sie ihm etwas antun?“

Alexander sah mich an.

„Dann werde ich dafür sorgen, dass jeder, der daran beteiligt war, dafür bezahlt.“

* * *

Fünfzehn Minuten später war unser Haus voller Sicherheitsleute.

Kameras wurden überprüft.

Jedes Fahrzeug in der Umgebung wurde erfasst.

Doch es gab ein Problem.

Die Kameras waren exakt zwölf Minuten lang ausgefallen.

„Jemand hat das System manipuliert“, sagte Matthias.

Ich sah ihn an.

„Von außen?“

Er schüttelte den Kopf.

„Nein.“

Er zeigte auf einen Monitor.

„Von innen.“

Mein Herz blieb stehen.

„Jemand aus unserem eigenen Sicherheitsteam hat geholfen.“

Alexander wurde still.

„Wer?“

Matthias öffnete eine Liste.

Dann zeigte er auf einen Namen.

David Collins.

Mein ehemaliger Fahrer.

Ich kannte ihn seit fünf Jahren.

Er hatte Elias unzählige Male von der Schule abgeholt.

Ich konnte es nicht glauben.

„Wo ist er?“

„Verschwunden.“

Alexander griff nach seiner Jacke.

„Dann finden wir ihn.“

* * *

Kurz nach Mitternacht erhielt ich eine Nachricht.

Ein Video.

Ich öffnete es.

Elias saß auf einem Stuhl.

Seine Hände waren nicht gefesselt.

Sein Gesicht war angespannt, aber er wirkte unverletzt.

Eine Männerstimme sagte:

„Anna, du hast vierundzwanzig Stunden.“

Dann erschien Victor Kane im Bild.

„Du gibst uns die Kontrolle über die Langner Foundation.“

Ich antwortete sofort.

„Nein.“

Victor lächelte.

„Dann verschwindet dein Sohn.“

Das Video endete.

Ich starrte auf den Bildschirm.

Alexander stand neben mir.

„Wir machen es nicht.“

Ich sah ihn an.

„Was?“

„Wir geben ihnen nichts.“

„Das ist unser Sohn!“

„Ich weiß.“

Seine Stimme brach beinahe.

„Aber wenn wir ihnen geben, was sie wollen, können wir Elias vielleicht trotzdem nicht zurückbekommen.“

Ich schwieg.

Dann bemerkte ich etwas.

„Warte.“

Ich spielte das Video erneut ab.

Elias bewegte seine linke Hand.

Einmal.

Zweimal.

Dann berührte er seinen Ärmel.

Ich kannte diese Bewegung.

„Er versucht uns etwas zu sagen.“

Alexander sah genauer hin.

„Was?“

„Elias macht das immer, wenn er Angst hat.“

Ich stoppte das Video.

„Zoom auf den Hintergrund.“

Matthias vergrößerte das Bild.

Hinter Elias hing ein altes Metallschild.

Nur ein Teil war sichtbar.

NAVAL…

Ich dachte nach.

Dann erkannte ich es.

„Das alte Trainingslager.“

Alexander sah mich an.

„Camp Holloway?“

Ich nickte.

„Es wurde vor sieben Jahren geschlossen.“

Matthias griff sofort zum Telefon.

„Ich schicke ein Team.“

„Nein.“

Alle sahen mich an.

„Wir gehen selbst.“

Alexander wollte widersprechen.

Doch dann verstand er.

„Sie erwarten, dass wir die Foundation-Dokumente bringen.“

„Genau.“

Ich nahm den USB-Stick mit den Beweisen.

„Wir geben ihnen etwas, das sie nicht erwarten.“

* * *

Um 1:36 Uhr erreichten wir das alte Trainingslager.

Der Wind peitschte über das verlassene Gelände.

Kein Licht.

Keine Fahrzeuge.

Nur ein altes Gebäude am Ende der Zufahrt.

Alexander ging neben mir.

„Bleib hinter mir.“

„Nein.“

Ich sah ihn an.

„Diesmal gehe ich nicht hinter dir.“

Er lächelte schwach.

„Dann bleib wenigstens neben mir.“

Wir betraten das Gebäude.

„Elias!“

Keine Antwort.

Dann hörte ich ein Geräusch.

„Mama!“

Ich rannte los.

Alexander hielt mich zurück.

„Warte.“

Aus der Dunkelheit trat Victor Kane.

Eine Waffe hielt er nicht sichtbar in der Hand.

Aber seine Männer standen überall.

„Anna.“

„Wo ist mein Sohn?“

„Er ist sicher.“

„Ich will ihn sehen.“

Victor lächelte.

„Natürlich.“

Eine Tür öffnete sich.

Elias trat heraus.

Ich wollte zu ihm rennen.

Doch zwei Männer stellten sich dazwischen.

„Die Dokumente.“

Ich hielt den USB-Stick hoch.

„Erst mein Sohn.“

Victor nickte.

„Vernünftig.“

Dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte.

Elias trat plötzlich einen Schritt zurück.

Er sah mich an.

Dann sagte er laut:

„Mama, ich habe gefunden, was du gesucht hast.“

Victor drehte sich zu ihm.

„Was?“

Elias zeigte auf eine alte Metallkiste.

„Das.“

Victor wurde blass.

Ich verstand nichts.

Dann öffnete sich die Kiste.

Darin lagen mehrere alte Akten.

Fotos.

Verträge.

Und ein Familienregister.

Matthias nahm eines der Dokumente.

Sein Gesicht veränderte sich.

„Anna…“

„Was?“

Er reichte mir das Papier.

Ich las die erste Zeile.

LANGNER SUCCESSION AGREEMENT — ORIGINAL

Darunter standen Namen.

Mein Vater.

Meine Mutter.

Victor Kane.

Und…

Alexander.

Ich sah meinen Mann an.

„Warum steht dein Name hier?“

Alexander wurde bleich.

„Ich weiß es nicht.“

Victor begann zu lachen.

„Oh, Alexander.“

Er schüttelte den Kopf.

„Du hast wirklich geglaubt, deine Karriere wäre ein Zufall?“

Alexander starrte ihn an.

„Was hast du getan?“

Victor trat näher.

„Ich habe dich vor acht Jahren auf genau diese Position gebracht.“

Stille.

Ich sah Alexander an.

„Du kanntest ihn?“

Er antwortete nicht.

Victor lächelte.

„Er kennt mich sehr gut.“

Dann zog er einen weiteren Umschlag hervor.

„Aber das ist nicht das Geheimnis, das ihr wissen müsst.“

Er öffnete ihn.

Darin befand sich eine Geburtsurkunde.

Ich sah den Namen.

Dann den von Alexander.

Mein Atem stockte.

Victor sagte leise:

„Elias ist nicht nur der Erbe der Langner Foundation.“

Er sah mich direkt an.

„Er ist der Grund, warum dein Vater vor acht Jahren einen Krieg begonnen hat.“

Ich konnte kaum sprechen.

„Welchen Krieg?“

Victor antwortete:

„Den Krieg um die Kontrolle über die gesamte Westküste.“

Alexander griff nach dem Dokument.

Doch bevor er es lesen konnte, ertönte plötzlich ein Schuss.

Das Licht ging aus.

Elias schrie.

Und als die Notbeleuchtung wieder aufflammte, war Victor verschwunden.

Ebenso die Geburtsurkunde.

Ich hielt Elias fest.

Alexander stand neben uns.

Doch auf seinem Gesicht lag etwas, das ich noch nie zuvor gesehen hatte.

Angst.

„Anna“, sagte er leise.

„Wir müssen hier sofort weg.“

„Warum?“

Er sah auf das leere Dokumentenfach.

„Weil Victor nicht hinter Elias her ist.“

Kurze Pause.

„Er ist hinter dir her.“

Und genau in diesem Moment vibrierte mein Telefon.

Eine Nachricht erschien.

„Du hast heute Nacht nur deinen Sohn gerettet.“

Darunter stand:

„Morgen hole ich mir die Mutter.“

Ich sah Alexander an.

Dann Elias.

Und zum ersten Mal begriff ich, dass die Geschichte unserer Familie viel größer war, als ich jemals geahnt hatte.

FORTSETZUNG FOLGT …